Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
Seite
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Das eigen Lob stinkt gern. Welch Mensch ist mit der Eiche»/an Größe, an der Stark und Alter zu vergleichen ?

Das Euter von der Kuh ist gut/ wenn mans geniest;das Eirer mögt ich nicht, das aus den Wunden fliest.Kein Junger muß den Schnee der altern Leut verachten,vielmehr soll jedes Kind der Eltern Rath betrachten.Die Eyr sind kostlich gut, die eine Henne legt,da ihr selbst eure Evr, ihr Bauern, cßcn mögt,Die Ledern pfleget man den Gänsen auszuraufen.Ein fetter Vetter hat nicht großen Lust zu laufen.

Wer einen Fehl begeht,' erlangt noch wol die Gnad.Ein Fell ist, das der Dachs auf seinem Buckel hat.Der Schloßcr braucht gar offc die Feile zu dem feilen!wo sich die Fäule zeigt, da ist nicht gut zu heilen.

veil ist dem Gärtner feil, -wenn er am Fest geschwindihn vcst faßt in die Hand, daß er ein Sträußlcin bindt.Das Feuer brennet hart, drum muß man es vermeiden;die viele Feper-Täg sind bcßcr zu erleiden.

Ein Freier ist ein Kerl, der nur der Braut nachrennt,ein frever Mann ist der, der keinen Herrn erkennt.Der Fluch sieht i^t Gesetz. Allein im Flug zu schießen,vertreibt die Zeit, und mag die Vogel nur verdrießen.

Im Wirrhöhaus führ man mich durchaus nicht für die Thür;hinein mit, und dann her drcy Glaser oder vier.Die Gans, ein garstigs Thier, kein mich nicht eh vergnügen,als wenn ich sie seh ganz in meiner Schussel liegen.

Ich glaub nicht, daß viel guts gm Geiß-Geisch könne seyn;geuß gute Brüh darauf, fo geht cS eh hinein.Es gibt L.es»t in der Welt, die können gar nicht leiden,daß'man die Glocke laut, das doch nicht zu vermeiden :denn gibt man zu dem Grab den Todren das Geleit,so mahur die Glocke uns an unsre Sterblichkeit.Wenn man Gelübde thut, so mag man sie auch halten zund der Geliebten Gunst soll nicht so bald erkalten.Durch Redlichkeit erlangst du bald ein gut Gerücht,und Unschuld fürchtet sich auch im Gerichte nicht.Weg mit der Traurigkeit, ich will der Lust gebrauchen,weil Gram und Kümmernis; in meinen Rram nicht taugen.Ein alter Greift thut wohl, der sich zum Alter halt,und nicht viel in den (Lreiß der jungen Leute stellt.Die Griechin Helena macht Troja unterliegen,weil Gnechen-Land vermeynt, durch Rriegen Rath zu kriegen»Wie kriechen sie so schön ins Pferdes Bauch hinein ;der clwan leer gcwest von Rrügen voll mit Wein.

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Die Gründe auf dem Land sind bcßer, als die Grinde,die manche Mutter findr am Kopf bey ihrem Kinde.

Betrüb dich nimmermehr, wenn dich dein Neider hässr,hast du nur GOtt zum Trost, so fürchte keine Last.Die allerbeste Haab, die ich auf Erden habe,ist GOTT und dessen Güt; wol mir mit diefer Gabe!Der arme Heide wüßt nicht viel von diefer Freud,sein Himmel, den er hofft, war die Elyser-Hevd.Wir Christen wißen wol, daß, wenn wir heut gleich sterben,wir darum keines wegs an Leib und Seel verderben.Es werden unsre Haut uns wieder umgethan,wenn Leib und Seel vereint GOTT ewig loben kcm.Seht nur gen Himmel auf, wenn er ist hell und heiter ;Klebt nicht so an der Erd, geht mit der Andacht weiter!Wer sich, gleichwie der Dachs, nur gräbt in Erden ein,muß in dem Chrisienrhum ein Bärenhäuter seyn.Ein wahrer Chrisicn-Held erhalt ein gut Gcwißen;das helle Warheits-Liecht wird ihn umgeben müßen,wenn Falschheit sich versteckt in Höten düstrer Nacht,worauf sie nach dem Tod in Heller Holl erwacht.Was machst du geiler Hengst? du hängst an Lust und Erden,du brennst gleich einem Herd; ein Stier kan bey den Heerde,,nicht schlimmer seyn wie du ; du fängst im Ianer an,und cndst, wie jener sagt, wanns mit dem Jahr gethan.Wer mäßig tsfc und trinkt, ,st warlich hoch zu halten.Mit Reiten pfleget man das dicke Holz zu spalten.Die Reule Hcrculis war schwer und unbequem ;doch wolt ich, daß er uns damit zu Hülfe kam!Mit Rien schiert man das Fcur;. das Rinn sieht im Gesichte.Ein kübn- und tapfrer Mann macht seinen Feind zu nichte.Was kundljch ist, das ist bekannt und ossenbahr.Wer kindlich GOTT vertraut, wird seiner Hülff gewahr.Der Pfaff ist nur bemüht mit räuchern, opfern, weyhen ;den armen Lajen wird er nicht viel Goldes lephen.

Ein Lamm, so lahm am Fuß/ taugt zu dem Opfer nicht;uus schmeckt es dannoch gut, wenns wol wird zugericht.Lasse uns die Last von GOtt allzeit gcdultig tragen.Das Lehren thut kein Gut be» einem leeren Magen.Ein j!.aib vom Brod, der frisch und wol gebachen ist,erquicket manchen -Leib / der sonst verschmachten müßt.Der Fisch lepcht in dem Wcyr; der Mensch leugt mit der Zungen,die Todtcn-Leiche wird aufs fleißigste besungen.

Wer lügt, stihlt gern dabcy. Wer liegt im Bett, wie ich,der braucht kein -Licht darzn, er schläfst wol finsterlich.

Wie