Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
Seite
139
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von der Hebräischen Sprach.

IZ9

Jedoch bedeutet öffters der darüber stehende Punct auch zu,gleich ein LKolem; als v'^-.,-? K.eäc>lcKim, fone.

4.

Die Hebräer pflegen auch folgende 5 Buchstaben breiter zumachen, als sonst gewöhnlich : 4lepK.»t, 71, I-a-meä ^?, ^lem cm, und l'av r^. Dieses geschichctthcils wegen Zierlichkeit; theils im Schreiben und Se^en dieZeiten desto besser auszufüllen, weil sie die Wörter nicht theilen.

5.

Sie haben auch 5 Buchstabelt, welche am Ende einesWorts eine andere Gestalt an sich nehmen, und dahcro t^ina-1e5, oder EndtgUNgs^BuchstabeN / genennet werden, undsind folgende:

OpK 1 als beleck.

^lem cz .'ll'tt^ L.1oKim.

I^un ; .'^ Äjon.

?e ^ despk.

^aäe s .'s^.n ^12^.6.

Im Hebräischen hat man keine VerlaHa, oder große An-fangs-Buchstaben^, wie in der tcutschcn Sprache; sondern eswerden einerlei) gebraucht: ausgenommen zu Anfang eines Bu-ches , oder Capitels; welcher aber eben die Figur haben muß,wie die andern Buchstaben.

7-

Doch findet man auch, daß in etlichen Hebräischen Biblienund Büchern zu Anfang des Worts, bisweilen auch in derMitte desselben , ein Buchstabe entweder noch so groß als dieanderen ; oder auch ein kleinerer: auch wohl ein kmal-Buch.

stabe in der Mitte gefetzt oder geschrieben , auch etwan aus der4inie in die Höhe stehet: welches ein Scizer sodann für keinen HSchreib- oder Druck-Fehler anzusehen hat; dann die Hebräerdamit andeuten wollen, daß in solchem Wort etwas sonderlicheslind nachdenckliches einhalten. Wir wollen ein paar Et-m'pclhievon aus des seel. Hn. Ioh. Mtckciel DtlhcN' ^NioI^MAUX zur Erläuterung bicher sehen:

Im ersten Buch der Chron. Lsp. I, v. 1. findet man

bisweilen das Wort unU ^äam mit dem grossen ^lepk-wodurch die Jüdische Rabbinen andeuten wollen: daß Adam derStamm-Vatter aller Menschen seye.

Im ersten Buch Mose Lap. I, v. !. stehet das Wort

n'tv^^ KerelLkitl-i also, daß dasLetK größer ist, als dieandern Buchstaben : das große und unausdenckliche Werck derSchöpffung Himmels und der Erden zu betrachten ; wie dennauch das KetK 2 denen Juden in der Zahl e gilt.

So findet man auch im Gegencheil in Glichen Biblien, daßein Buchstabe nnrcklich kleiner ist, als die andern. Z.E. in denSprüchen Salom. Lgp. XXVIII, v. 17. stehet das Wort^6am, da das O^IccK n kleiner ist, als das ^IcpK t< und^lem O; anzudeuten : daß wer einen (obgleich geringen odergemeinen) Menschen, offenbahr oder heimlich unterdrückt; oderunschuldig Blut vergießet, derselbe nicht wcrth seye, ein Menschzu hcisscn, und ausgerottet zu werden verdiene.

Auch wird zuweilen das offene t^cm v statt des 5m3i Ogefunden: z. E. Seriem.II, v. iz. wovon den zerriffncn Mau-ren Jerusalems geredet wird, da in dein Wort dem > dasist: dieselbe ; an statt das offene O stehet: welches diezerrissenen oder offenen Mauren andemen soll.

S 2 ä. '