Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
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Kurtz-

4»

OipKrtivNAi

Deren sind 4; als: 'mau/ oder arv; " ei; "> en, oderew;und > n, ö.

Welches aber in vielen heutigen Teutsch-Hebräischen Bu-tlern nicht wohl in acht genommen ; sondern an stark-ö ein v/und an statt ü ein' gesetzt wird ; so aber nicht allerdings recht

ist-

5-

Man gebraucht nicht doppelre Buchstaben, wie in unsererteutschcn Sprache gebräuchlich ist ; als wann wir schreiben^falle»,/ gewinnen; sondern die Hebräer schreiben also: ^faln/ i-»^ gewinen; u.s.w.

6.

Der Vocc-Üs »i/ a, wird in der Mitte des Worts nicht alle-zeit gesetzt: wie auch der Vo^Iis, i/ wann er vor ein e ge-braucht wird; als: für >^ tNann. i^n->v für i'^v prä-gen.

7.

Es werden auch die Buchstaben-?d, ) l/ v r, bisweilenausgelassen/ wann sie schreiben: für ist; für also; 5.^ fürund; welches letztere gemeiniglich so geschrieben wird.

8.

Das n m wird auch von ihnen zum öfftern an statt" rv ge-braucht, da sie schreiben: ^ mir für w»r.

9-

Es pflegen auch die Hebräer das 7 d der Sylbe er allezeitvorzusetzen; als: für erschien, schreiben sie derzchlen;u. s. f.

10.

Wenn Wörter vorkommen, die sich anfangen oder endi-gen m»r einem' i, oder > u, so setzt man allezeit ein 5 a darzu;

?lnmerckungen__

E. 1'^ ich; >^ du. Man findet zwar bisweilen, daß das nweggelassen wird; alsan statt ^7 die; >-?, an statt tt'i du;es ist aber wider die Gewohnheit.

11.

Die Juden gebrauchen sowohl im Reden als Schreiben un-ter den witschen auch recht Hebräische Wörter; welche sie auchim Schreiben mir recht Hebräischen Buchstaben ausdrücken;und zwar darum, damit nicht ein jeder verstehe, was sie sagenwollen. Auch l>aben sie Wörter, die etwas seltsamer lauten,als bey uns Teurschen; z. E. wenn sie sprechen: das dasig, fürdassclbig; euer für euch; neuerr für nur; leyen für lestn;benjchen für benedeyen; und viel andere Worte mehr.

12.

Wie man die Temsck-Hebräischen Buchstaben undLVörrer schreiben und aussprechen solle, ist aus folgendem zuersehen:

6 wird ausgesprochen wie ein a; als: v?^ Art, ivZtt achten,^»wachen, iv-Mi warten, x^am, ^ an, 1^ kan,Tag.

wies; als: i^'Joch, i^Lohn, ?^ vor> ?^vVolck,Thor.

m wie n; als: 55 und, -n^n Wunder. It. wie o; als:

vZ>5 offt, )^>i wol.»5 wie au; als: >»^s Frau, oder Fraw.

wie ö; als: Oel . It. wie an; als: 7m auch,

auf.

wie ü; als: ^übel, ^'.5 übet.^ wie i; als: l'«nch, i'5in, ^ist.

wie ei; als: i"5ein, "^-'^ einerlei

wie eu; als: -?v"5euer> -z'^euch.2 wie b; als: ^2 Band, i.^ binden, jv>2 borgen.2 wie f/ in dem Wort 5?- Brief; sonst aber nicht leicht.

iwieg;