Lob-und Ehren-Gedichte.
Gewiß ein Buch erfreut die Augen und das Herze/wenn sich ein weiß Papier mit guter Drucker-Schwärzedurch frische Schafften zeigt/ da liest es sich bequem,kein roth und güldner Stoff ist uns so angenehm.Man darff auch solche Schrifft aus Wollust nicht besehen/auch dem Gesichte muß zur Hülffe was geschehen.Ist etwan schlecht Papier / sind nicht die Schrifften gut/in Augen fühlt mans wohl/ was das vor Schaden
thut.
So mag es ferner seyN/ was auch vor Kostbarkeitendie Seide/ den LroLac, den Edelstein begleiten.Em gutes Buch besteht und dessen Inhalt weist,wie viel es bey sich hat / das gar unschätzbar Heist.Man giebet auch wol zu/ daß unterschiedne Sachendurch Kunst und Karitat sich ganz vortrefflich machen,doch denke man/ was osst ein wohl gemachtes Blat,vor Wunderding auch nur m wenig Zeilen hat.Ein Tuch/ ein Seiden-Stück darffman nicht lange brauchen/so wird der ganze Schmuck Vertrieben und verrauchen.Was man in Büchern findt/ das nutzt der klugen Weltum so viel desto mehr/ je mehr es wtederhält.Es muß m Warheit auch sehr lange wiederhatten/denn wahre Weisheit kan doch nimmermehr veralten,und diese steckt gleichwohl in einer klugen Schrifft/da der Verfasser sich ein ewig Denkmal stisst.Hat sonst ein Kauffmann viel in dem Gewölbe liege»/so kan es nur den Ginn von aussen her Vergnügen:Doch das Gemuthe findt den allerbesten Rath,wo nur ein Laden was von guten Büchern hat.Nun diese Waare dient auch einem jeden Stande/ja fehlt uns dieser Schatz / so fehlet was im Lande/das viel zu sagen hat. Die edlen Bücher sinds,die brauchet alsofort ein Staatsmann und ein Printz.Will sonst die KepuKUc den Kauffmann glücklich wissen/so kan sie nimmermehr die Bücker gantz vermissen.Erscheint Gefahr und Roth/ ja kömmt ein schwerer Fall,der Leut und Land betrifft/ und soll sich überall
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ein Canzler wohl bemühN/ den Vorthel zu gewinnen:so hilfst ihm manches Buch/ daß er sich kan besinnen.Ob ein Buchhändler nichts im Werke selber sagt/doch wird ein Buch bey ihm gesucht und ausgefragt.Aus Büchern lernet man sich und dle Welt regieren.Aus Büchern lernet man das Leben conle, viren.Aus Büchern lernet man das rechte Tugend-Ziel/was GOtt und was die Welt von uns erfordern will.Doch unter andern darff ich eins wol nicht vergessen,die Lonversgrion theils in berühmten Messen,thells auch zur andern Zeit. Das ist ja wohl ein Ruhm:Der Kauffmann gehet nicht mit schlechten Leuten um;um dessentwegen wird er selber hoch geschähet.Wer seinen Handel nun auf gute Bücher setzet/der hat gewiß auch nickt mit Bauren umzugehn;mit den'Gelehrten muß er im Vernehmen ftehn.Was er besitzt und hat/ kömmt aus gelehrten Händen,an die Gelehrten pflegt ers wieder abzusenden.Bey seinen Waaren ist durchgehcnds der Gebrauch/was der Gelehrte giebt/ dasselbe nimmt er auch.Nun die Gelehrten sind ihm wiederum verbunden.Wird nicht ein lieber Mann zu einer Schrifft gefunden,der sie verlegen will: so leidet manches Roth,und das gelehrte Volk ist gleichsam selber tvdt.Zudem so fehlt es nicht an hohen Staats-Personen,da winkt ein Lav^icr, da stehen sonst Patronen/ein?rnIemXU8 und ein Lumenes erscheint/ja ein ^ipk>Onlu5 kömmt/ und ist ein Bücher-Freund.Von rechtesweqcn ist noch dieses zu berühren:Lernt auch ein jeder bald dergleichen Handel führen ?Wer nicht Latein versteht/ der bleibe nur davon/denn sonsten Heisset er ein armer (^ncion.Und also wird mir nichts die Warheit unterdrücken:Wer manches Buch verlegt / der sübrt in allen Stückendie schönste Kauffmannschafft/ und ist es frcylichwerth/daß ihm viel Hochachtung und Liebe wiederfahrt.
IV.