Druckschrift 
Die Wol-eingerichtete Buchdruckerey : mit hundert und ein und zwanzig Teutsch- Lateinisch- Griechisch- und Hebräischen Schrifften, vieler fremden Sprachen Alphabeten, musicalischen Noten, Calender-Zeichen, und Medicinischen Characteren, Jngleichen allen üblichen Formaten bestellet, und mit accurater Abbildung der Erfinder der löblichen Kunst, nebst einer summarischen Nachricht von den Buchdruckern in Nürnberg ausgezieret ; Am Ende sind etlichen kurz-gefasste Anmerckungen von der Hebräischen Sprach angefüget / [Joh. Heinrich Gottfried Ernesti]
Entstehung
Seite
158
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III.

Die Buchhandlung

wird

als die fürtresslichste Kaussmannschasst betrachtet

vone. 8.

ft eine Kauffmanlischafft/ die allen Ruhm verdienet/die ferner an Mim, an Glück und Ehren grünet//^>H die Luft und Nutzen bringt/ ja die mit ihrer Pracht

der ganzen Kepuiiüc sich^unentbehrlich macht:So tonnen wir gewiß und ohne ^cheu versichern/nebst andern ist es wol der Handel mir den Büchel n.^ch setz ihn mit Bedacht zur andern Kaussmannschasst/undmeyne, daß vor ihn mit Recht/ mit Fug und Krafftder Titul auch gehört. So lauffen ja die Sachen,wer von der Handlung denkt ?rntelZinn zu machen,derselbe wird gewiß in seiner Ordnung gehN/und in der einen doch von dreyen Classen srehn.Denn soll man erstlich was von denen Hocken sagen/weil sie ihr ganzes Gut in einem Höckgen tragen:So hoff ich nimmermebr/ daß da Buchhändler sind,wo sich ein lahmer Tisch mit zwey Scartequen findt/Auch werden sie sich nicht also im Ernste nenne»/zudem so würde sie kein Mensch davor erkennen.Vors ander geben sich belobte lahmer an/daß sich ein Mittel-Stand im Handel äussern kcm,das ist ein Ehren^Stand und billig hoch zu schätzen,doch zu der Kaussmannschasst wird man ihn schwerlich setze»/weil diese/ wie man spricht/ en gros zu handeln pflegt/da jener seinen Krahm erst auseinander legt/und also nach der Zabl/ nach Ellen und Gewichte»/den einzelen Verkaufs gewohnt ist einzurichten.Nun frag ich/ wenn jemand in Buchhandlungen ist,geht dieses gleichwohl an/ daß man die Bucher mißt ?Daß man sie Bvgewweiß und keines ganz vertreibet ?Daß bald der lirul, bald der inciex liegen bleibet:Daß man den ganzen Pack der Wagschaal übergiebt/und nach den Pfunden so den Kauff und Preiß beliebt?

ttN-Gedichte.__

Wotan! wer Bücher führt muß ja mit vollen Ehrenzur dritten Art/ das ist zur Aauffmannschassr gehören.Ihr wesentliches Thun wird auch ohn eiteln Scheinvon einer Buchhandlung wol zu behaupten seyn.Wenn jemand sagen will: Er sitzt in seinem Ladenund nimmt den Hand-Kauffan: so kan das wenig schaden.Ist denn ein Kaussmann wol verbunden und verpflichtedaß er die Waar allzeit und allerseits versticht?Hernach so muß man nicht an diß allein gedenken/man muß die Augen auch zu andern Dingen lenken-

Wer nur nach Leipzig kommt, und wer nach Frankfurt

sieht/

was da vor Kaussmannschasst auch in den Büchern blüht/was vor Partien sich in den bekandten Strasse«/auf einmahl ganz verthun und leicht Verkehren lasse»/

ja was vor braves Geld ein jeder ein^li-rt/

wenn sich das Lornmenr nur wohl recommenäi'rt/

Nun dessen Urtheil muß warhafftig anders kommen/er hätte denn gar nichts in Augenschein genommen.Ein rechter Kauffmann schafft sich alle Sorten an/damit ein jeder was vor sich erfragen kan.Sein ganz Vermögen steckt in unterschiednen Waare»/nechftdem so ist er auch in Sprachen wohl erfahren.Sein Meß-Register lebt, sein kluger Sinn lwäirt/wie man .journai, Buch und Lilance richtig führt/nun das ist ebenfalls derselben Thun und Leben/die sich und ihren Fleiß der Buchhandlung ergeben.Seht auch die Waaren an/ so weiß ein jeder wol,daß man die Bücher nicht geringer schätzen soll.Ein angenehmer Stoff mit einer göldnen Blume,verdienet endlich was von einem göldnen Ruhme.GOtt ehre mir ein Buch/ daWt man schwarz und weiß/und diese Farbe findt doch allzeit ihren Preiß.Das Frauenzimmer liebt auch beydes um die Wette.Wenn manches Madgen nicht ein schwarzes Flcckgen hatte:So fehlte mehr als viel, sie würde selbst geftehn,das Licht der weissen Haut/ das war nicht halb so schön.

__Gewiß

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