Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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Vorrede.

XXIX

Bloß diesen Unterschied zu behalten, ist schoneine wahre Marter des Gedächtnisses dazukommt nun noch die Schwierigkeit, jedes Wortin seine gehörige Declination zu setzen, Hie Bil-dung des Plurals mit den Regeln über den Um-laut, und mancherley Ausnahmen ('5), so daßes wirklich noch immer leichter mW faßlicher bleibt,wenn man, wie die Alten thaten, die Declina-tionen nach dem Unterschied der Geschlechter ord-net , welches auch der Natur unserer Sprache ge-mäß zu seyn scheinet, indem die weiblichen Wörterunstreitig eine ganz besondere Declination ausma-chen, und die Wörter des ungewissen (oder nachHerrn Adelungs richtigerem Ausdrucke, des sachli-chen) Geschlechts, wie die männlichen, gehen (^).

Bey

Declinationen nicht allein sehr schwankend, sondern cSlaßt sich auch kein weiterer Grund von ihnen angeben.Der Sprachlehrer kann also nichts weiter thun, als sie aufdie natürlichste Art neben einander stellen.

(14) Die Marter ist denn im Grunde doch wohl so großnicht, als hier vorgegeben wird; wenigstens ist die Deut-sche Declination bey weirem nicht so verwickelt, und mir vielen Ausnahmen und Abweichungen versehen, alsdie Lateinische, die doch jeder Knabe sehr bald lernet.

(15) Die Schwierigkeiten, welche hier doch sehr vergrößertwerden, betreffen, wie schon gesagt, die Sprache. Dader Sprachlehrer seine Sprache weder ummodeln nochaus seiner Sprachlehre einen Noman machen darf, sokönnen sie ihm auch nicht zur Last gelegt werden.

Sahe denn mein Recensent nicht, daß ich die Decli-nationen wirklich nach den Geschlechtern geordnet habe?Enthalten nicht die sechs ersten lauter männliche undsächliche und die beyden letztern lauter weibliche Wörter?

Oder