Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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k. Sprache überhaupt. 7

Religions-Unterricht betrifft, die ehemahligen He-bräer oder Juden, in Rücksicht der weltlichen Ge-lehrsamkeit aber, die Griechen und Römer.

§. 4. Sprache und Erkenntniß oder Cultur sie- Die Spä-hen in dem genauesten Verhältnisse mit einander; che folgt dcrein Sah, der schon aus dem Begriffe dcr Sprache Cultur ,erweislich ist. Sie ist ein vernehmlicher Ausdruckder Vorstellungen; ein Volk kann also keine andernVorstellungen ausdrucken, als es wirklich hat, undkann sie nicht anders ausdrucken, als wie cS sie hat.Ein rohes, wildes oder halb wildes Volk lebt ganzsinnlich, hat daher nur wenig Begriffe, seine Spra-che erstreckt sich selten weit über die Gränzen dersinnlichen Gegenstände und Veränderungen, die esum sich hat, und sein Ausdruck derselben ist eben sohart und ungeschlacht, als seine Empsindungswevk-zeuge und Sprach-Organen. Schon diese Be-trachtung sollte uns abhalten, in den Ausdrücken somancher Völker von geringer Cultur, nicht die fei-nen Begriffe und abstracten Vorstellungsarten zusuchen, welche so viele darin zu finden glauben; einFehler, welcher so oft bey den Ableitungen der Wör-ter und ihrer Bedeutungen begangen wird. DieUrsprünge der Wörter fallen allemahl in die rohe-ren Zeiten jedes Volkes, wo es keine andern als ganzsinnliche Vorstellungen hatte und haben konnte, wofolglich die sinnlichste Erklärung allemahl die wahr-scheinlichste ist.

Sobald ein Volk die engen Gränzen des rohenBedürfnisses überschreitet, sobald es ansängt, sichüber das Sinnliche zu erheben, sobald es sich ver-feinert, und Geschmack an Sitten, Künsten undWissenschaften bekommt, sobald erweitert und ver-

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