Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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II. Deutsche Sprache. -7

Da die Deutschen so viele zwar verwandte, aberdoch verschiedene kleinere Völker ausmachten, somußte sich ihre Sprache, der Natur der Sachennach, schon in den ältesten Zeiten in mehrere Mund-arten theilen, und aus den wenigen noch übrigeneigenthümlichen Nahmen erhellet, daß sie ihremBaue und ihren wesentlichen Eigenschaften nachschon damahls die heutige war.

Diese eigenthümlichen Nahmen sind aber auchalles, was uns aus diesen entfernten Zeiten von derSprache der Deutschen übrig ist, und diese sind nochdazu durch Griechische und Römische Zungen gar sehrverunstaltet und verfeinert worden. Man nehmenoch die Nahmen der Flüsse, Berge, Wohnorteu. s. f. dazu, welche sich bey dem Anfange der ein-heimischen Geschichte und Urkunden vorfinden, undvermuthlich sehr alten Ursprunges sind; eine von denSprachforschern noch sehr unbenutzte Quelle: so wirdman an der Übereinstimmung der ältesten Deut-schen Sprache mit der neuern nicht zweifeln können»Allein unter diesen Nahmen finden sich viele, derenStammwörter längst verlohren gegangen sind, viel»leicht schon zurZeit der ältesten Urkunden nicht mehrvorhanden waren, und daher mehr als eine verlohrneoder abgestorbene Mundart zu verrathen scheinen»

Und wie konnte es anders seyn? Die Germani «schen Völkerschaften sind bey ihrer herumstreifen-den wilden Lebensart von ihrer ersten Ankunft inDeutschland an, bis zur großen Völkerwanderung,vielen und großen Veränderungen unterworfen ge-wesen. Wie verschieden sind nicht die Nachrichten,welche uns Cäsar , Srrabo, plinms, TacicuSund ptolemäus von den alten Deutschen uud ih-ren Wohnsitzen geben? Und doch lebten alle dieseAdel.jv.Spr, B Schrift»