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Einleitung.
Beschwerden des Lebens so sehr vervielfältiget hat.Dies? ist das Bild des Nordamerikanischen Wilden,bey allen Rcisebeschreibern; aber e6 ist zugleich eingetreues Gemählde des Germanischen bey dem Ta-citns. Man kann daher sicher behaupten, und dieErfahrung aller Zeiten bestätiget eö, daß keine Völ-kerschaft ihren wilden Zustand aus eigener Wahlmit dem gesitteten vertauschet, wenn sie nicht entwe-der durch äußere Gewalt oder durch ihre innereFülle dazu gezwungen wird. Daß das letzte derFall bey den Deutschen gewesen, werden wir sogleichsehen.
Große Völ- §. iZ. Zum Glücke eräugnete sich bald nachkenvande- Christi Geburt tief in dem östlichen Asien eine Ver-nmg. Änderung, welcher Europa seine jetzigen Einwohner,seine Reiche und seine ganze Cultur zu danken hat.Dort ward im ersten Jahrhundert nach ChristiGeburt der zahlreiche.Hunnische Völkerschwarmvon den Chinesen vertrieben, und brachte durch sei-ne Auswanderung nach Westen und Süden alleVölkerschaften in dem nordwestlichen Asien und öst-lichen Europa in Bewegung; eine Bewegung, wel-che mehrere Jahrhunderte hindurch dauerte. Dievertriebenen Hunnen beinächtigten sich anfänglichdes heutigen Landes der Baschkiren, als sie aberauch hier von den nachrückenden östlichen Völkerngedränget wurden, so gingen sie in der letzten Hälf-te des vierten Jahrhunderts unter dem Attila überdie Wolga und den Don, überwanden nebst andernVölkern die Alanen und die Golhen, und veranlaß-ten dadurch die große Bewegung unter den Völker-schaften, welch? sich durch ganz Europa bis nachAfrika hin erstreckte. Das nach dem Maße seinesUmfanges noch volkarme Deutschland ward mitneuen Ankömmlingen angefüllet, die alten Volks-stämme