Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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ZO Einleitung»

die alten Ägyptier, die Chinesin, in Amerika dieehemahligen Mexikaner und Peruaner, und in derSüdsee die Einwohner von Tahiti und den umlie-genden Inseln. Oder es nimmt 4. ein benachbar-tes gesittetes Volk zum Muster, und übertrifft oftsein Original, wenn Umstände und National-Genlees begünstigen. So bildeten sich die Griechen nachden Ägyptiern und Asiaten, und ließen ihre Meistersehr bald hinter sich zurück. Rom bildete sich nachGriechenland , ohne sein Muster zu erreichen, undder Deutsche, der von keinem fremden Volke bezwun-gene Deutsche, bildete sich nach Rom, noch mehraber nach seinem ältern Bruder, dem Gallier, derihm in der Cultur immer um ein Paar Jahrhunder-te voran gehet. Dieser Gang der Cultur eines freyenund unbezwungenen Volkes ist zwar langsam, aberdesto sicherer und gründlicher, und hat überdieß nochden Vortheil, daß die Sprache bey der Vermeh-rung der Begriffe aus ihrem eigenen Reichthumbereichert wird, und im Ganzen unvermischt bleibt,wenn sich auch gleich von Zeit zu Zeit einzele fremdeWörter in dieselbe einschleichen sollten.

Die Zahl der eigentlichen Grund - und Stamm-wörter, ist, wie aus dem folgenden erhellen wird,in der Sprache sehr klein, und wird von einem Vol-ke auch noch in seinem wilden Zustaude sehr früheerschöpft. Wie wird es sich nun helfen, wenn eSdie große Menge neuer Begriffe ausdrücken soll, diees durch die Cultur bekommt, und doch nicht die rei-chere Sprache derjenigen Nation annehmen will,nach welcher es sich bildet? Der Deutsche fand dazufolgende Hülssmittel: i. Änderung der Bedeutung,besonders Übertragung körperlicher Bedeutungenauf unkörperliche Gegenstände, und deren Verände-rung,