Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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Einleitung.

«in sehr natürliches Hinderniß der Ausbildung, undes war mehr als ein Jahrhundert nöthig, ehe sienur den unentbehrlichsten fremden Begriffen ange-passet werden konnte. Aber auch noch lange nach-her hat man geglaubt, daß sie den Gang des Gei-stes in den höhern Wissenschaften nicht erreichen'nnc, und daher, zum großen Nachtheile ihrer Aus-bildung, immer die lateinische vorgezogen.

Eine andere Ursache der verzögerten Ausbil-dung der Sprache und der Nation lag in den Mit-telspersonen und Werkzeugen, welche dazu gebrauchtwurden. Dieses waren Geistliche, welche, der herr-schenden Gewohnheit der damahligen Zeit nach,selbst sehr unwissend waren. Wenig Gebräucheund Formeln waren alles, was sie dem rohen Volkebeybrachten, und Ehrfurcht und blinder Gehorsamalles, was sie von ihm verlangten. Ein wenig verdor-benes iatein machte den glänzendsten Theil ihrer Ge-lehrsamkeit aus, und dieses hätten sie gern allen Völ-kern aufgedrungen, nm nur der Mühe überhobenzu seyn, ihre Sprache zu lernen. Unter der An-führung solcher Lehrer, wo sich alles in dem Lehrlin-ge von selbst entwickeln mußte, konnte der Fortschrittin der Cultur nichc anders als sehr langsam seyn.

Die vornehmste» Überbleibsel der Deutschen Sprache ausdiesem Zeiträume sind:

i. Das Salische Sesey aus dem Anfange des fünften,und das Alemannische aus dem sechsten Jahrhunderte. Bey-de sind, so wie die Burgundischen, Bayrischen und spa-tern Longobardischcn Geseye zwar in Lateinischer Spra-che abgefaßt; allein sie enthalten doch, besonders das erste,manche sehr schiitzbare Überbleibsel der damahligen Volks-sprache. Nur Schade, daß sie durch unwissende Abschreibertmd Kunstlichter so unverständlich geworden sind. Von deinSalischcn Gesetze gehöret nnr die ältere Ausgabe vor Carlirdem Großen hierher, worin viele Stelle» des Lateinische »

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