Einleitung.
<?. Ein Fragment eines alten Romanes, in einer derNiederdeutschen Mundarten, welche sich aber schon sehr demOberdeutschen nähert, aus eben derselben Handschrift, gleich-falls bey dem Eckhardt S. 864; ein sehr merkwürdiges Stück,indem es nicht allein das älteste Überbleibsel der Nieder-sächsischen Mundart, sondern auch die erste- Spur einesDeutschen Romanes ist. Mehrere schätzbare Überreste käm-pfen noch mit den Motten und dem Staube.
Man hüte sich indessen, daß man den eigenthümlichenGang der Sprache nicht aus den jetzt angeführten Stückenbeurtheilen wolle. ES sind, einige wenige ansgcnommen,insgesammt knechtische Nachahmungen des Lateinischen, wodie Übersetzer aus Unwissenheit nicht allein die Wortfolge derUrsprache beybehielten, sondern nach deren Vorgang auchoft die Artikel und die Hülfswörter wegließen, Partici-pia nach dem Lateinischen modelten, und sogar die Lateini-schen Declinationen und Conjugationen nachahmten. Wennes in Venedicro Regel heißt: constitnencis ett ergo ->nc>I)jz ilomi«ici scliol-i lcrvitii, in <zus inltitntione ni-Öil slpcrnm, nitiil Zrcive nc>s constitntnros spersmu»etc. so übersetzt das der undcntsche Mönch so: Ts^e/sn-e»«»«ei/?, ^m/^//o /o,'/ci a'c»'« t^tt/zti»///?//?-»/^«/«c/eo?ioM t^i'tt Kccu«e/^ /»^e»' «5c-
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die Stelle aus dem l'e Ocuni: -Ievi6to mortl5gcnleo gveruitti crcclentibnz rcZns coelorum. I'uscl ljextism Oei tccles in ßloiilnn ?.itii5, Index cre-cieris eile vcnturus, heißt bey dem ungenannten Über-setzer des folgenden Zeitraumes so: «^»«/»»omoito^^MZ'tt/ii.'/tta^ i-ic/// /?i»?»/c>. T'//«
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Alle oben angeführten Denkmahle, das letzte ausgenom-men, sind aus den überdeutschen Mundarten, weil Ober-deutschland zuerst sowohl christlich, als gesittet, ward. Ansdem eigentlichen Nieder-Deutschlande, haben wir ans die-sem und dem folgenden Zeitpunct sehr wenig aufzuweisen;desto mehr aber von den verwandten Angelsachsen in Bri-tannien, welche in der Cnltnr und den Wissenschaften inkurzer Zeit sehr große Schritte thaten, die wir aber hiernicht weiter verfolgen könne».
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