Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
38
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Einleitung.

größte Redner, Dichter, Sprachgelehrte und Philo-soph seinerZeit. Gern hätte er sein Volk so gelehrtund weise gemacht, als er selbst war, daher stifteteer Schulen und besetzte sie mit den berühmtesten Män-nern seiner Zeit. Unter seinen Händen entstandenOrdnung und Wohlstand; er verordnete, daß demVolke Deutsch gepredigt werden sollte, ließ die altenGesetze und nur mündlich vorhandenen Volkslie-der sammeln, aufschreiben, und die letztern in diedamahlige Mundart seiner Zeit übertragen. Daßdieser Monarch Deutsche Nahmen der Monatheeingeführet, da sich die Franken bisher entweder la-teinischer oder barbarischer (d.i. aus ältern Deut-schen Mundarten entlehnter) Nahmen bedienet,und daß er zu den Nahmen der vier Hauptwinde,uoch acht Nebenwinde erfunden, ist sein kleinstesVerdienst, so sorgfältig e6 auch mit in Rechnunggebracht wird. Daß er eine Deutsche Sprachkunstangefangen habe, wird aus Eginhards Zeugnisseunstreitig. Vielleicht schreckte die rauhe Beschaf-fenheit der Sprache ihn von der Vollendung dersel-ben ab; wenigstens scheint es, daß die Neigungzur lateinischen Sprache die liebe zur Deutschen bey ihm geschwächt, und einem Manne von so vie-lem und so feinem Geschmacke war dieß endlichleicht zu vergeben. Die lateinische Sprache warzu seinerZeit die Sprache des Hofes, der Tribu-näle, und eine geraume Zeit auch der Kanzeln, biser endlich den Befehl gab: nullu» lit ?re«b^tei, c^uizn ecclelis j)ublice non clocest linZu^, c^uam au6i-töres intelligent. Bey, dem allen kann man dochnur in einer sehr poetischen Begeisterung sagen, daßCarl der Schöpfer sowohl der Deutschen Spracheals Schrift sey, wie erst neulich in dem Deutschen Merkur geschehen. Die Sprache blieb, aller sei-ner