Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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II. Deutsche Sprache. Z9

ner guten Bemühungen ungeachtet, noch immersich selbst überlassen, und um die Schrift sindseine Verdienste auch nur maßig. Vielmehrkam das Schreiben ihm selbst schwer an, daherer auch keinen großen Fortgang darin machte.Eginhard sagt ausdrücklich: "lentadat et seiibe.re, tsbuliis^us et cocn'^ijloz noc in lectulo iukcervicslibux circumtei^e ioiebat, ut, eum vgcuuintem^?u8 eilet, inanuin eKnoendix littei' alluess.cei'et. Lecl zzai'uin ^ins^ci'e iucceiilt labor ^rae-^aüerU8 ac 5erc> ilicliontu,?. Z.c»ii;bcck, Sc!)NUttk,Eckhardt und andere erklären dieses zwar theilsvom Mahlen, theils vom Schönschreiben; alleines ist ein sehr gewohnlicher Fehler nicht allein indem tobe anszuschweiffcn, sondern auch alles nachden Sitten seiner Zeit zu beurtheilen. Im acht-zehnten Jahrhunderte würde es zwar einein Monar-chen eine Schande seyn, nicht schreiben zu können,allein im achten war es gerade umgekehrt. Derhohe Adel dieser Zeit setzte alle seine Vorzüge inLeibesstarke und ritterliche Übungen, und verachtetedie Künste des Friedens, und da war es sehr be-greifflich, daßX5arl in seiner Jugend nicht zumSchreiben angehalten worden, und daß die nur andie Lanze und das gewichtige Schwert gewöhntenHände für Griffel und Federn keine Geschmeidigkeitmehr übrig hatten, als er das Versäumte in seinemAlter nachhohlen wollte. Auf ähnliche Art sollTaciri Stelle, worin er den Germanen seiner Zeit alswilden Barbaren die Kunst zu schreiben abspricht,schlechterdings von Liebesbriefen zu verstehen seyn.Was sin- Unsinn müßte Taeitus gesagt haben, wenner so etwas hätte sagen wollen; gerade solchen Un-sinn, als wenn uns Cook und Ct)M'!evoix sehrernsthaft versichern wollten, daß die Neu-Seelän-

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