Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
60
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Einleitung.

immer mehr geschrieben, sollte es auch nur inHan-delsgeschäften seyn. Sie ward dadurch immer wei-ter ausgebildet und immer wortreicher und biegsa-mer gemacht.

Zwey Umstände beförderten die fernere Ausbil-dung der Sprache und des Geschmacks um die Mittedes fünfzehnten Jahrhunderts gewaltig: der Unter-gang des Griechischen Aeichs, und die Erfindungder Vuchdruckerd'uiisi; beyde brachten eine fehrvortheilhafte Veränderung in den Wissenschaftenund dem Geschmacke des ganzen westlichen Euro-pa hervor. Bey der Zerstörung des GriechischenReichs flohen die gelehrten Griechen, bey welchendie Künste und Wissenschaften nie ganz auSgestor-ben waren, nach Italien , uud verbreiteten von dadieKenntnisse der alten Litteratur, und mit denselbenden guten Geschmack über alle benachbarten Reiche.Die Buchdruckerkunst vervielfältigte die Schriftender Alten, und nun fingen, nach einer Barbareyvon fast tausend Iahren, Geschmack, Vernunft undwahre Gelehrsamkeit an, ihr Haupt empor Zu he-ben. Zwar ward bey der herrschenden 5iebe zu denalten Sprachen die Deutsche vernachlässiget; al-lein sie nahm doch an der Erweiterung der Begriffe,und an der Verfeinerung der Sitten und des Ge-schmackes einen überaus großen Antheil. Die Ge-lehrsamkeit, welche bis dahin bloß in dem Bezirkeder Geistlichkeit lag, verbreitete sich über alle Stän-de, und verachtete auch die Deutsche Tracht nicht.Bücher ohne Zahl wurden in derselben geschrieben,alle Gegenstände lind Wissenschaften wurden in ihrabgehandelt, und man fing jetzt zuerst an, über ih-ren Bau und ihre grammatische Richtigkeit nach-zudenken, und die Grundgesetze ihrer Veränderun-gen