Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
68
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63 Einleitung.

fange an das Schicksal, daß eine Menge kleinerGeister dieselbe meisterten, und noch jetzt ist sie dieWindmühle, an welcher große und kleine Sprach-künstler zu Rittern zu werden suchen. Bey diesenUmstanden wurden die grammatischen Bemühun-gen der Sprache mehr schädlich, als vortheilhaft,wenigstens haben sie ihr wenig mehr Nutzen ge-bracht, als die spater entstandenen Deutschen Ge-sellschaften.

Oplizens und einiger anderer dichterisches Ge-nie war für das siebzehnte Jahrhundert immer ei-ne wichtige Erscheinung; allein der Geschmack warnoch nicht genug verseinert, und der Verstand nochnicht genug aufgeklart, daß sie es zu einem beträcht,liehen Grade der Vollkommenheit hatten bringenkönnen. Bald nach ihnen verheeret«? der schwül-stige Geschmack der neuern Italiener das Gebiethder Dichtkunst und Beredsamkeit, und diejenigen,welche diesem Verderben steuern wollten, verfielenin den Gegensah und wurden wässerige Reimer.

In der ersten Hälfte des gegenwärtigen Jahr-hunderts bekam endlich alles eine andere Gestalt.Deutschland fing nach langen blutigen Kriegen an,sich wieder zu erhohlen; mehrere Fürsten hatten sichbisher becifert, die Handlung und Künste in ihrenStaaten blühend zu machen, und der glänzende Hofder Auguste unterstützte die letztern mir vollen Hän-den. Reichthum und Wohlstand bildeten den Ge-schmack, und die von L.cibnlrzen und TVolfen wie-der hergestellete vernünftige Philosophie leitete ihn.Diese verbreitete ihr iicht über alle Wissenschaften,welche es wieder auf die Sprache und schönen Kün-ste zurück warfen, zumahl daN?olfdie Deutsche

Sprache