Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
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Einleitung.

tel; allein außer demselben gehören ihr auch beydePressen und der von Sachsen bewohnte Theil Sie-benbürgens . Wenn man nun ihre ausgestorbeneSchwester, die Angelsächsische Sprache, wovon nochein Überbleibsel in der heutigen Englischen lebt, undihre noch verhandenen nahern und entfernter» Ver-wandten, die Niederländische,- Dänische , Schwedi-sche, Norwegische und Isländische Sprachen dazunimmt, so ist sie allerdings eine der auögebreitesten,obgleich ihr Schicksal in Deutschland zu allen Zei-ten traurig gewesen ist.

Die ersten iehrer in der Religion, welcheNiederdeutschland im achten Jahrhunderte erhielt,waren Angelsachsen, und diese führten das Angel-sächsische Alphabet daselbst ein, wovon noch zu Las-set, Fulda, Würzburg und an andern Orten Be-weise und Überbleibsel vorhanden sind. Als noch-mahls die Sachsen nach langen blutigen Kriegenvon den Franken unterjocht wurden, so ward ihnenauch ihr Alphabet, und in manchen Fällen in derFolge auch ihre Mundart aufgedrungen. In -derCultur blieb das heutige Niedersachsen in den mitt-lern Zeiten am meisten zurück, zumahl da noch eingroßer Theil von Wenden bewohnt ward, und ob-gleich unter den Schwäbischen Dichtern einige Nie-derdeutsche Sänger mit auftraten, so dichteten siedoch in der herrschende» Oberdeutschen Mundart.Zur Zeit der Reformation und der Wiederherstel-lung der Wissenschaften, erhielt Nieder-Deutsch-land seine Geistlichen und Gelehrten aus Obersach-sen, und diese führten nach und nach die Hochdeut-sche Mundart auf die Kanzeln, in die Hörsäle undGerichtsstuben ein, und alles, was Geschmack undSitten hqhm woftte, fing an, sich dieser Mundart

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