fen höher gestiegenen Cultur in den Städten undunter Personen von guter Lebensart und Erziehunghäufiger gesprochen, als in andern Provinzen, wel.che diesen Grad der Cultur noch nicht erreicht ha-ben; aber die Volkssprache ist sie bey weitem nicht,und diese macht doch nur allein denProvinzial-Dia-lect aus. Die herrschende Schriftsprache ist an kei-ne Provinz gebunden, sondern die allgemeine Spra-che des Geschmackes und der feinern Sitten in ganzDeutschland , in Obersachsen aber ganz natürlichmehr und reiner als anderwärts, indem sich immermehr von dem Provinzial-Dialecte mit einmischt,je weiter man sich davon entfernet. 4) Der Nah-me Hochdeutsch ist in diesem Verstände auch nichtneu; er ist wenigstens in ganz Niederdeutschlandvon der herrschenden Schrift- und Kanzelspracheüblich, und wird alsdann dem plattdeutschen ent-gegen gesetzt. Man weiß das Hochdeutsche daselbstsehr richtig von dem Oberdeutschen zu unterscheiden,indem man dieses Oberländisch nennt. Da nundiese herrschende Schriftsprache doch einen Nahmenhaben muß, so ist es kindische Streitsucht, ihr einenNahmen abzanken zu wollen, der schon in dem hal-ben Deutschlande eingeführet ist, und welchen sichdie südliche Mundart nicht anmaßen kann, weil dasAdjectivum vom Oberdeutschland nicht Hochsdeutsch , sondern Oberdeutsch lautet.
§. zz. Es ist schon oben bemerket worden, daß Ob und wiedie Sprache des gemeinen Volkes, welches in der sie Zu be-Cultur selten wächset, sich in einem sehr großen Zeit- reichern,räume immer gleich bleibt. Nicht so die Spracheder obern Classen der Nation, welche in ihren äu-ßern Umständen ganz von der Cultur abhängt. Dasbeweiset unsere Büchersprache seit dem sechsten
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