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Einleitung.
Glück ist dieser Entscheidungögrund in den Spra-chen nichts weniger als zweydeutig; e6 ist der herr-schende allgemeine Gebrauch, welcher der höch-ste Gesetzgeber in allen Sprachen ist, und auch inallen Jahrhunderten und in allen Zonen dafür er-kannt worden.— Viuz
(>iem ^ene5 arbitrium eA et jus et norma 1c>.
c^uencli, //o^.Zwar hat es zu allen Zeiten mißvergnügte Glie-der der Gesellschaft gegeben, welche zwar an denVortheilen derselben Theil nehmen, aber sich ihrenGesetzen und Einschränkungen nicht unterwerfenwollen, und sogar die Herrschast des Sprachgebrau-ches sür die unerträglichste Tyrannei) ausgegeben ha-ben. Allein es ist nicht schwer zu zeigen, wie sehrsie ihre eigenen Vortheile verkennen.
Die Sprache ist das wirksamste Mittel, andernseine Empfindungen, Bedürfnisse und Gedankenmitzutheilen; ihr höchster Endzweck ist daher allge-meine Verständlichkeit unter den einzelen Gliederneiner beträchtlichen Anzahl Menschen. Sie ist dasengste und genaueste Band der Geschlechter undNationen, das sicherste Mittel, Völker zu verknü-pfen und zu trennen, ja eigentlich das, was Völkerzu Völkern macht. Das dringende allgemeine Be»dürfniß schuf Sprache, bildete sie aus, und muß sieauch erhalten. Hat ein Volk einmahl Sprache ge-schaffen und ausgebildet, und sich dadurch zu einemeigenen Volke erhoben, so ist es nicht nur eines je-den, der ein Glied desselben seyn will, Pflicht, sichdiesem stillschweigend errichteten Gesetze zu unter»werfen, sondert sein eigener Vortheil erfordert esauch, denn er spricht doch wohl in keiner andern Ab-sicht, als um verstanden werden.
Aber,