Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
110
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Einleitung.

nicht aber Sprachfehler, die man verbessern köiu^elind dürfte. Da aber der Sprachgebrauch sich nichtauf alle Falle erstrecket, sondern oft getheilt, schwan-kend und ungewiß ist, so tritt alsdann

2. Die Analogie oder Sprachähnlichkeit inihre Rechte, und entscheidet alles das, was jenerunentschieden laßt. Die eine Halste von Deutsch-land schreibt und spricht ohngefär, die andere unsgefär; hier ist der Sprachgebrauch getheilt, undalsdann entscheidet die Analogie für das .letztere.Die Verwandte, die Bekannte sind nach demAusspruche der Analogie richtiger als Verwand-tinn und Bekannrinn, so häufig sie auch vorkom-men mögen. So bald aber die Sprachähnlichkeitauf Kosten des Sprachgebrauches erhoben wird, soist auch keine Ungereimtheit mehr, für die man nichtsollte eine Analogie finden können. Es dürfte z. B.nur jemanden einfallen, alle regulären Zeitwörternach einer der irregulären Formen zu beugen, oderdem andern, alle irregulären regulär zu gebrauchen;beyde würden sich mit der Analogie schuhen können.

Wenn aber in einem streitigen Falle weder derSprachgebrauch, noch die Sprachähnlichkeit, be-stimmt genug sind, alsdann, und nicht eher gebühret

z. Der Etymologie oder Abstammung eineStelle, welche daher am meisten in der Orthogra-phie zu entscheiden findet, doch freylich nur in sol-chen Fällen., wo die beyden ersten EntscheidungS -gründe schweigen. Man findet Rärzel, Räzel undRäthsel, iLrnre, Ernde und Ärnde, Eltern undÄltern u. s f. Hier lehret die Abstammung, daßdie lehtern Schreibarten die richtigsten sind, weilRäthsel vermittelst der Ableitungssylbe sel von rasrhen, Arnde vermittelst der Sylbe de von arnen