ii2 Einleitung.
vorigen Entscheidungsgründe haben nichts dawider,selbst die Etymologie nicht, weil die Versetzung desVocals bey dem r auch in andern Fällen nicht un-gewöhnlich ist, Dorn und Vrunn, bernen unddrenncn, und eS überdieß noch streitig ist, ob das r,wenigstens in manchen dieser Wörter, nicht die Ab-leitungssylbe er ist, welches wenigstens von Bauererweislich ist. Ausm, aufm, und dergleichen lassender Sprachgebrauch, die Analogie und die Etymolo-gie unentschieden, aber der Wohllaut verwirft sie.
Indessen bleiben doch noch manche Fälle übrig,welche sich nach keinem dieser Gründe bestimmenlassen. Z. B. unter den Wörtern auf — niß,in welche sich das weibliche und sächliche Ge-schlechttheilen, befinden sich manche, welche selbstim Hochdeutschen gleich oft in beyden Geschlech-tern gebraucht werden, z. B. Vesorgmß, Ärger-nis), Vegegniß; und in solchen Fällen bleibtsesdenn derWillkühr eines jeden überlassen, wofür ersich erklären will.
Wie §.42. Aus dem, was bisher gesagt worden,
Spmchre- läßt sich nunmehr folgendes schließen, l. Da al-gelil be- was in der Sprache angetroffen wird, bloß
sn)u^müs- ""^ dunkel empfundenen Ähnlichkeiten eingerichtetsen. worden, so müssen die Sprachregeln durch Aufsu-chung und Bemerkung der übereinsiimmigen Artdes Verfahrens in jeder Sprache selbst aufgesuchetwerden. Sie sind wahre Erfahrungssähe, die ausden Erfahrungen, d.i.- cinzelen Fällen, in der Spra-che gesammelt und abgezogen werden müssen. Fastalle Sprachlehren der neuern Sprachen, lind alsonicht allein die Deutschen, sind mit ihren meistenRegeln nach den lateinischen Sprachlehren gefor-mst; daher sind sie auch insgesammt so mangelhast
und