!l6
Einleitung.
ten; daher herrscht denn auch im Syntax überallVerwirrung und Mangel.
Die Sprachlehre ist des vernünftigen und wis-senschaftlichen Vortrages eben so sehr fähig als einejede andere lehre, und es ist die Pflicht eines jedenSprachlehrers, allen Begriffen in der Sprache denhöchsten nur möglichen Grad der Deutlichkeit undBestimmtheit zu geben, und die Gründe aller Er-scheinungen so tief aufzusuchen, als die Natur derSache es verstattet. Will man das philosophischnennen, immerhin; allein alsdann muß man auchgestehen, daß gründlich, vernünftig und philoso-phisch einerley ist, dem nur das seichte, unvernünf-tige und verworrene entgegen stehen kann. Wirdeinmahl jede Sprache, nicht die Deutsche allein, inden Schulen auf eine vernünftigere Art gelchretwerden, als bisher geschiehet, so wird auch dieSprache davon den auSgebreitetsten Nutzen empfin-den, und es wird in der Folge nicht ein jeder, derauch ein Sprachkenner zu seyn glaubt,, nur immereinreisten und der Nation das Werk seiner Einbil-dungskraft unterschieben wollen.
Ich empfehle hier einem jeden, dem es um ei-ne gründliche und gelehrte Kenntniß sowohl der al-tern als neuern Sprachen, zu thun ist, des HerrnJohann XVerner Meiner, Rectors zu iangen-salza, philosophische Sprachlehre, welche ge-genwärtig in dem Breitkopsischen Verlage gedrucktwird, und sich auf die Hebräische, Griechische, la-teinische, Deutsche und Französische Sprache erstre«cket; ein überaus gelehrtes und nützliches Werk,dem ich manche Ausklärung zu verdanken habe, wel«che ich ohne dasselbe nicht mit so leichten Kostenwürde erhalten haben» -
§. 45.