iZ4 i.Th.l.Abschtt. Bildung der Wörter.'
welchen sie die Rechtsprechung, Orchophonieoder (Drthoepie nennen, und ihn mit außerordent-licher Weitläufigkeit behandeln. Ich glaube hiermehr Kürze anbringen zu können, zumahl da manin der Orthoepie zugleich mit von der so genanntenLange und Kürze der Hülfslaute handelt, welche ih-ren Platz mit mehrerm Rechte in der lehre von demTone findet.
Im Ganzen behält im Deutschen jeder Buch-slab in allen Fällen seinen eigenthümlichen laut, d.i.man schreibt so wie man spricht, und man spricht so,wie man schreibt. Allein, da durch die Annahmefremder Schriftzeichen manche Mängel unvermeid-lich wurden, auch die Aussprache bey dem Fortgan-ge der Cultur allerley Veränderungen ausgesetztist, denen die Schrift nicht so schnell, und oft garnicht folget: so finden in einzelen Fällen verschiede-ne Abweichungen von dieser Regel Statt, welchekürzlich angezeiget werden müssen.
Aussprache §. iz. Die Hülfslaute a, i, o und u werden imdes «, i, o Hochdeutschen ohne alle Ausnahme mit der jedemund u. eigenen Öffnung des Mundes ausgesprochen, dahersie daselbst auch eben so rein und unvermischt lauten,als in dem heutigen lateinischen Alphabete. Fin-det man hier und da Abweichungen, so rühren sel-bige von provinziellen Eigenheiten her, welche aberim Hochdeutschen zu vermeiden sind.
Von dem §' ^4. Da man in dem lateinischen Alphabete,ö, s und ü. als man es zum Ausdrucke der Deutschen Spracheanwandte, keine eigenen Schriftzeichen für diese lautefand, indem die lateiner sie entweder nicht hatten,(denn ihrae lautete allem Ansehen nach wie unserm),oder sie aus ähnlicher Armuth an Schriftzeichendurch zusammen gesetzte Buchstaben ausdrucken
mußten,