Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
136
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iz6 i.TH. i.Abscbn. Bildung derWörter.

auch, daß man nur die am merklichsten von einan-der unterschiedenen bezeichnet, und die andern unbe-merkt gelassen. Die Hochdeutschen wenden achtÖ-snungen des Mundes in ihrer Sprache an, undfinden nothwendig, sie zu bezeichnen. Da sie in derLateinischen Sprache nur für fünf derselben einfacheZeichen fanden, so mußten sie sich für die drey übri-gen zusammen gesetzter Zeichen bedienen. Wo istaber da ein Grund vorhanden, etwas Unreines oderUnächces in diesen Vocalen zu finden? Ist etwanichts rein oder acht, was nicht schon bey den Römernauf eben diefelbe Art vorhanden war? Daß in derAbleitung und Biegung der Wörter a, o und u oftin ä,öuno ü übergehen, oder denUinlauc haben, be-weiset nichts dergleichen; es beweiset weiter nichts,als daß sie in denjenigen übergehen, welcher der Öff-nung des Mundes nach der nächste ist, und das sindä, ö und ü in Ansehung des a, o und u, wenn siegleich in der Höhe des Tones nicht allemahl dienächsten sind. Dieser Umlaut würde auch Statthaben, wenn auch diese Vocale ihre eigenen einfa-chen Zeichen hätten, ob es gleich alsdann vielleichtniemanden eingefallen wäre, sie für unreine oderAfter-Vocale zu erklären.Laut des ?. §. 15. Ehe man das ä in der Aussprache vondem nahe verwandten e unterscheiden konnte, odervielmehr, ehe man das erstere durch das ü bezeich-nen lernte, schrieb man beyde ohne Unterschied mitdem e. In der Folge suchte man das erstere durch äauszudrucken; allein das Gehör war noch zu hartund zu ungeschlacht, den Unterschied in allen Fällenzu bemerken, und die Aussprache vielleicht noch zuunbeständig und roh, ihn anzugeben. Daher kam«S denn, daß man das e nicht allemahl da, wo estiefer lautete, durch ein ä ausdruckte. Vielleicht

hatte