Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
137
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i.Kap. Von den Buchstaben. §.15.16. iz/

hatte man auch etymologische Bedenklichkeiten da-bey, und glaubte, das ä nicht anders schreiben zudürfen, als wenn es unläugbar aus dem a entstan- .den war.

Dem sey nun wie ihm wolle, so hat unser heu-tiges e einen doppelten Laut: i. einen niedern odertiefern, welchen andere auf eine nicht so bestimmteArt den offenen oder dunkelen nennen, genau, wiedas ä: geben, Schwert, Herd, Arcbs, 5Veg,predigt, fliehen, stöhnen; und 2. einen hö-hern, (bey andern einen scharfen, hellen,) wiedas lateinische e in b.eri, merito; dahin die ersteSylbe in stehen, gehen, sehen, Gewühl, Ge-sicht, die letzte in Freude, Gabe, L.iebe, und diebeyden ersten in geschehen, gestehen u. s. f. Ebendas gilt auch von dem ee, welches nieder lautet inN'jecr, Heer, scheel, (schel); hoch aber in See,Seele, Beer, Rlee. Siehe die Lehre von demTone, wo die vornehmsten Falle, in welchen jedesdieser beyden e gedehnt oder geschärft lautet, ange-zeiget werden.

Verschiedene Sprachlehrer nehmen noch eindrittes e an> welches dem stummen e der Franzosen ähnlich seyn soll. Allein das ist ein bloßes tonlo-ses e, welches entweder nieder oder hoch lauten kann.Sonst müßte man auch ein gedoppeltes a, c> u. s. f.annehmen, je nachdem diefe Hülfslaute den Ton ha-ben oder nicht, welches doch sehr unschicklich seynwürde, weil der Ton mit dem eigenthümlichen Lauteeines VocaleS nichts zu schaffen hat.

§. 16. Die aa, ee, ii, 00 und uu, können, wo Verdopplesie vorkommen, noch weniger für Doppellaute ge- lung derhalten werden, als ä, ö und ü; indem sie in ei- Mfs-gentlich Deutschen Wörtern bloße Zeichen gedehnter

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