r. Kap. Von den Buchstaben. §.18.19. iW
In einigen wenigen Wörtern, wo dieses ie vor-kommt, und wo man e6 ehedem auch gedehnt ge-sprochen, lautet es jetzt im Hochdeutsche» geschärft,dieß oder dies, Dienstag, vierte, Viertel, vier-zehn, vierzig. Gieng, fieng, hieng und derSchmied, werden, wenn man sie noch mit ieschreibt, gleichfalls geschärft gesprochen, daher manhier lieber ein einfaches i schreibt. Wenn aber ieaus iee zusammen gezogen ist (S. §. 16.), dieRni-e, kni-en, sie schri-en, so wird es getheiltausgesprochen.
§. :8. In den fremden Wörtern lautet es ge- Fort-theilt, wo die Natur dieser Wörter erfordert, Hi-sttzunz.eroglyph. Wenn dieses ie die Endsylbe fremderWörter ausmacht, und den Ton nicht hat, so wirdes gleichfalls getheilt gesprochen: Histori-e, Zxo-modi-e, Kili-e, Schlest-en, ein Spam-er,Äri-e, Ayri-e. Hat sie aber den Ton, so ist eswieder ein bloßes gedehntes i und folglich einsylbig:, -Geographie, Poesie, Melodie, Ceremonie,Courier, Gfsicicr, Copi'e. Wenn aber dieseWörter im Plural wachsen, so daß ie für ie - e sie-het, so lautet es wieder zweysylbig : poesi -en,Ceremom- en.
§. 19. Nicht leicht ist ein Deutscher Buchstab Von dem y.so vielen Angriffen ausgesetzt gewesen, als das y;allein es würde eine undankbare Arbeit seyn, diedarüber geführten Streitigkeiten der länge nach zuerzählen, zumahl da die wenigsten Gegner diesesBuchstabens denselben gehörig kannten, sondern dasGriechische u immer mit unserm y verwechselten.Da dasselbe aller Anfälle ungeachtet dennoch von derNation beybehalten worden, so mögen jene auf im-mer vergessen bleiben. Es hat aber das y im Deut-schen ein doppeltes Amt.
i. In
<