». Kap. Von den Buchstaben. §. 20. 141
Hoya, Hoyersrverda, Boy, huy, pfuy, wieHoja, Hojersrverda, Boj oder Boje, huj, pfuj,und man schreibt sie auch jetzt am häufigsten undrichtigsten so.
Die Niedersachsen gebrauchen dieses y noch fürsich allein, doch allemahl anstatt eines gedehnten i,Tyd , by, my, hyr, für Tiid oder Tied, dir oderdie, d. i. bey ; zum deutlichen Beweise, daß e6bloß durch die Geschwindigkeit im Schreiben aus iioder ij zusammen gestoßen.
§.20. EinDoppellaut entstehet, wenn derMund Aussprachevon einer Öffnung unvermerkt und ohne Absaß zur ^ Dop«andern übergehet. Die gewöhnlichsten Doppellaute ^ ^'im Hochdeutschen sind, ai, ay, ei, ey, äu, eu, und,ob gleich seltener, oi. Da die Öffnungen des Mun-des, vermittelst welcher sie entstehen, wesentlich voneinander verschieden sind, so hat auch jeder derselbenseinen eigenen und eigenthümlichen jaut. Wennaber gleich die nachlassige Aussprache des gemeinenjebens häufig einen Doppellaut anstatt deö andernhören laßt, so sollten wenigstens Sprachlehrer die-sen Mangel der Aufmerksamkeit nicht unterstützen,und nicht lehren, daß die meisten Doppellautegleichlautend sind. Mit der gehörigen Öffnung desMundes lautet ai doch ganz anders als ei, und die-ses wieder anders, als eu und äu. In äu und eulautet das u freylich wie ü; allein eö ist weder üb-lich noch nothwendig es zu bezeichnen, weil derMund nach der Öffnung, welche die beyden erstenHülsölaute erfordern nicht unvermerkt in ein vol-les u übergehen kann, sondern dafür das ü wählenmuß. Das ai und ay sind unangenehme Ober-deutsche Doppellaute, welchen die HochdeutscheMundart gern das sanftere ei unterschiebet, und sichdaher deö erstem fast völlig entladen hat, das letztere
aber