r/Kap. Von den Buchstaben. §.25.26. 147
doppelt. Einfach, und folglich gelinder, lautet es so--wohl nach einem gedehnten Hülfslaute: Gesuch,Fluch, suchen, Bücher, Sprache, räuchern,hoch, Teich; als auch zu Anfange einer Sylbe,wohin besonders die VerkleinerungSsylbe chen ge-höret, Vrerchen, Bißchen, Bildchen. Gedop-pelt hingegen nach einem geschärften Hülfslaute:sicher, Löcher, lächerlich, verpichen, Sriche,verglichen; wo man es nie zu verdoppeln pfleget,ohne Zweifel, das Auge durch zwey auf einanderfolgende zusammen gefetzte Buchstaben nicht zu be-leidigen. Die Ableitungssylbe lich hat eigentlichfür sich keinen Ton, daher das ch hier auch nur ein-fach lauten kann, liedliche, freundliche. Wennaber in der Verlängerung solcher Wörter der Tonauf die vierte Sylbe vom Ende fallen würde, unddie Ableitungöfylbe daher einen halben geschärftenTon bekommt, so wird auch das ch doppelt gespro-chen, veränderliche.
§. 26. Ehe das k in der Deutschen Schrift all- Sott«gemein warb, mußte auch das ch dessen Stelle ver- setzuns.treten, besonders im Oberdeutschen, wo die Alema-nische Mundart dieses k mit einem starken Haucheaussprach, und es zum Theil noch ausspricht. Keroschreibt noch acliultio, uuerack, cliuninA, für arusstio,N)erk, Zxönics, und Horneck noch im dreyzehn-ten Jahrhunderte cji!»ine,(^liunn, Oli-zvier, cliain,cli«mmen, u. f. f. Von dieser Gewohnheit hat sich»106) manches in der Hochdeutschen Mundart erhal-ten, denn da lautet das ch noch wie ein k.