». Kap. Von den'Buchstaben. §.?2. 155
sn, un. Allein es findet dabey doch auch der Un-terschied Statt, daß das g dessen ungeachtet in man-chen Fällen seinen eigenthümlichen Laut behalt, da-gegen es in andern in ein gelindes k übergehet.
1. Seinen eigenthümlichen Laut behalt es,(1) wenn ein Hülfslaut darauf folget: enge, bansge, geringe, lange, singen, bringen, und dendavon abgeleiteten und damit zusammen gesetztenWörtern, bänglich, geringfügig, engbrüstig,dieSingart, du singst, der engste. (2) Voreinem Hauptlaute, wovon aber gemeiniglich einauögestoßener Hülfslaut die Ursache ist: Angst,Hengst, jüngst, längst, Pfingsten. Nur inempfänglich, vergänglich, verfänglich, beszroinglich, unbezrotnglich, langsam, längsrveilig, langwierig, und vielleicht noch einigenandern, lautet es auch im Hochdeutschen wie ein ge-lindes k.
2. Diesen Laut hat es überdieß auch noch, wennes mit dem n am Ende einer Sylbe stehet: Ring,Gesang, Ding, Rlang, Gang, ging, fing,jung, lang, Häufung, und ihren Ableitungenund Zusammensetzungen, Jungfrau, Junggesell.Nur in Jüngling, dinglich, länglich wird es ge-linder, oder vielmehr mit einem Mittellaute zwi-schen dem g und k gehöret.
Wenn ng am Ende eines Wortes zu stehenkommen, und die Hochdeutsche Aussprache das Agelinde hören laßt, so wird solches durch das ange-hängte mildernde e bezeichnet: enge, bange, lansge, von der Zeit, geringe.
Wenn