156 !.Tl). l.Abschn. Bildung der Wörter.
Wenn n und g durch die Zusammensetzung zu-sammen kommen, so behält jedes seinen eigenthüm-lichen iaut, un-gern, Un--glaube, an-gervöh-nen, Gsen-gabel.
§. zz. Dash, auch einer von denenjenigen Buch-staben, welche seit einem Jahrhunderte allerley An-griffen ausgesetzt gewesen, hat im Deutschen einedreyfache Verrichtung.
Von dem h. i. Ist es ein vernehmlicher Laut, ein merklicherStoß der iunge, welchen schon die Morgenlandermit unter die Hauptlaute rechneten, die Griechenals den Spiritus asper zeichneten, die Römer aber,und mit ihnen alle Abendländer, wieder unter dieConsonanien versetzten. Stehet es in dieser Ge-stalt zu Ansänge eines Wortes, so wird es mit deinstärksten Stoße ausgesprochen, Haar, haben,hoch, er heben, behaupten. Gelinder lautet esin der Mitte zwischen zwey Hülfslauten, Oheim,Uhu, frühe, blühen, die Schuhe, wo es oft sogelinde gesprochen wird, daß man es fast gar nichthöret, daher auch die Niedersächsische Mundart, wel-che die Hauche so sehr vermeidet, als sie kann, esin der Mitte völlig verbeisset: gaan, seen, reen,schcen, für gehen, sehen, ziehen, geschehen; oderauch wohl ein j dafür hören lässet, Möje, bloien,für Mühe, blühen. Dagegen sprechen die Ober-deutschen es in der Mitte der Wörter oft so stark aus,daß eö einem ch nahe kommt, und von dieser Aus-sprache scheinet es herzurühren, daß in der Ablei-. tung der Wörter das h selbst im Hochdeutschen sooft in ein ch übergehet: Gesicht, von sehen,Oberd. sechen, Flucht, von fliehen . Geschichte,
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