z.Kap. Von den Buchstaben. §. zz. 157
von geschehen, Oberd. geschechen, daher auchbey vielen Hochdeutschen es geschicht, für ge-schieher.
Wenn das h in Wurzelwörtern an das Endeeines Wortes zu stehen kommt, so kann es gar nichtund nicht eher gehöret werden, als bis das Wortam Ende wächset: Stroh, des Strohes, derFloh, die Flohe, roh, rohee. So auch in Zu-sammensetzungen, wo es gleichfalls stumm ist, wenngleich ein Vocal folget, Stroharbeit, Frühobst,Lrühkirche, Schlehdorn.
Da die Deutschen das h in dieser Gestalt fehrdeutlich hören lassen, den jetzt gedachten Fall am En-de eines Wortes ausgenommen, so kann man ihmden Nahmen eines wahren Confonanten nicht strei-tig machen. Anders verhielt es sich bey den älternLateinern, welche es auch zu Anfange einer Sylbeund eines Wortes, wie die heutigen Italiener, ent-weder gar nicht, oder doch sehr gelinde, hören ließen,und es daher in manchen Fällen auch nicht unter dieConfonanten rechneten.
2. Ist es auch sehr oft ein bloßes Zeichen derDehnung des vorher gehenden Hülfslautes, da esdenn gleichfalls nicht ausgesprochen wird. Mankann hierher auch den eben gedachten Fall rechnen,wenn das h an das Ende eines WurzelworteS zustehen kommt, Vieh, rauh, froh, wo eö doch ur-sprünglich nicht um der bloßen Dehnung willen ge-setzet worden, sondern seinen Grund in einer älternstärkern Aussprache hat, welche es in manchen Ge-genden noch behauptet, Viech für Vieh, und selbst
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