Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
159
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i.Kap. Von den Buchstaben. §.zz. 159

Gram, Schnür, Flur, Spur, schonen,Schwan, Schwur, schwören, schroer, Span,Plan, Bär, schon, und hundert andere nebst derVorsylbe ur, und den Nachsylben sal und sam.In andern Wörtern sichrere man dagegen die Ver-doppelung deö gedehnten Hülfslautes ein: Aal,Aar, Heer, tVaare, Haar, Meer, Beereund so ferner.

Die Einführung dieses Verlängerungs h falltgerade in die Zeit, da nicht lange vorher mit derDeutschen Sprache eine so große Veränderung vor-gegangen war, u>sd dieselbe nach und nach anfing,sich zur heutigen Gestalt zu bilden, S. die Eintei-lung §. 25. Allein ist schwer, mit Gewißheit zubestimmen, was unsere Vorfahren bewogen habenmag, dieses h nur vor den flüssigen Hauptlauten,und zwar nur in einigen Fallen, anzunehmen, iiegtetwa noch eine merkliche harte Oberdeutsche Aus-sprache des h zum Grunde, und glaubte man, esals zum Stamme gehörig mit bezeichnen zu müs-sen? Das läßt sich zwar von einigen beweisen, abernicht von andern. Schmähten, z. B. ist das Ver-kleinerungswort von schmähen, für schmähelen,mahlen ein Iterativum von einem alten mähen,davon wir noch'mähen und mah-nen haben,prahlen von prahen, in den gemeinen Mundar-ten mit dem stärksten Hauchlaute prächen, prä5chen, Stahl gehöret zu Stachel u. s. f. Oderglaubte man, daß die vier flüssigen Buchstaben,eben wegen ihrer Flüssigkeit, nicht für sich allein hin-länglich wären, die Dehnung auf eine bestimmteArt zu bezeichnen? Das erste scheint indessen wahr-scheinlicher, indem die mehresten Wörter, welche

sich