160 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
sich auf ein l, m, n und r endigen, abgeleitete Ver-kleinerungS- Wiederhohlungs- oder Verstärkungs-wörter sind, deren Stamme sich aus ein h oder wohlgar auf ein hartes Oberdeutsches ch endigen. Undalsdann wurde die Einführung dieses Buchstabenszu einer Zeit, da die Aussprache diese Abstammungvielleicht noch nicht ganz verläugnet hatte, der ety-mologischen Einsicht unserer Vorfahren Ehre ma-chen, wenn sie es gleich in manchem Fall verfehlet, undihre Nachkommen ihren Grundsatz entweder oft ir-rig angewandt, oder es versäumet haben sollten, aufdiesem Wege fortzugehen, und die Abstammung inallen übrigen Fällen auf ähnliche Art zu bezeichnen.So stammen Blume und Bluc unstreitig von blü-hen her, ob man sie gleich noch nie mit einem hgeschrieben. Das h würde also nicht ein bloßesDehnungszeichen seyn, dessen man freylich entbeh-ren könnte, weil der einfache Hanptlaut die Deh-nung schon hinlänglich bezeichnet, fondern ein etymo-logisches Abstammungszeichen, welches die Ableitunggar sehr erleichtert, und bey unsern Vorfahren mehrgründliche Kenntniß des Baues der Sprache vor-aus setzt, als bey den Neuern, welche so hoch überdieses h daher fahren, und es da, wo eö jetztnicht mehr ausgesprochen wird, verbannet wissenwollen, ohne die Gründe zu kennen, warum es ein-geführet worden.
Wären einzele Glieder der Nation berechtigt,Neuerungen einzuführen, oder könnten sie selbigemit einiger Hoffnung des Erfolges wagen, so dürsteman nur auf dem von unfern Vorfahren bezeichne-ten Wege fortgehen. Man müßte die Fälle genauuntersuchen, in welchen in dem Wurzelworte ehedem
ein