Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
161
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i.Kap. Von den Buchstaben. §.?4- i6l

ein Hauch befindlich war, aber ein wahrer wirklichzur Wurzel gehöriger Hauch, keine bloße Eigenheithauchender Mundarten, und alsdann könnte mandurch dieses Mittel die wahre (folglich keine einge-bildete) Abstammung, welche in dem Fortschritteder Cultur immer unkenntlicher wird, noch in sehrvielen Fällen kenntlich erhalten. Doch davon einmehreres bey der Orthographie.

z. Endlich dienet dieserBuchstab auch den har-ten Laut des c, p und r zu mildern, oder vielmehrmit denselben gewisse einfache Laute zu bezeichnen,für welche wir keine einfache Schriftzeichen haben,S. ch, pH und ch.

§. Z4. Der Hauptlaut-j, das Jod, welches in Laut des j>der größern Schrift derDruckereyen mit dem Hülfs-laute i nur ein und eben dasselbe Zeichen hat, ist derweichste Buchstab seiner Classe, der vermittelst deran den Gaumen gedrückten Zunge hervor gebrachtwird, und daher mit dem g nicht verwechselt wer-den muß. Er stehet am häufigsten zu Anfang ei-ner Sylbe vor einem Hülfslaute: ja, jagen, jähe,jung, Jahr, Joch, Iaspiß. Selten an, Ende,Boj, huj, pfuj. Die Niederdeutschen, und die-jenigen Mundarten, welche sich ihnen nähern, las-sen diefen Laut gern anstatt des richtigern h und ghören : glöjen, bröjen, jähnen, Iäschr, jälfern,jähren, Iichr, jegen, u. s. f. für glühen, brü-hen, gähnen, Gäschr, gälfern, gähren, Gicht,gegen. Dagegen die Oberdeutschen und die ihnenverwandten Mundarten, z. B. die Schlesischc/daSje in vielen Wörtern wie ein gedehntes i oder jeaussprechen: je, jeder, jemahls, jener, jemand,Adel.x>.Spr. L jeyr,