Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
163
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i.Kap. Von den Buchstaben. §.z6. 16z

pelter, sonst müßten es p,f,r,v undz auch seyn, undwenn sie dieses wären, so könnten sie nicht nach ge-dehnten Hülsslauten stehen, wovon doch das Ge-gentheil aus tausend Fällen unläugbar ist: diellxäsper, kapern, hapern, die Saat, der Rath, dasBluc, der Schlaf, die Schafe, der Haken,iLkel, das Laken, u. s. s. Siehe §. 90. in derLehre von dem Tone. Auch in der Aussprache fin-det sich nichts, was einer Verdoppelung ähnlich wä-re, daher dergleichen Behauptungen mit zu denjeni-gen Erscheinungen gehören, welche nichts, als Con-venienz und die Liebe zu Neuerungen, für sich auf-weisen können.

§. z6. Die drey flüssigen Buchstaben l, mündn Von dem l,weichen von ihrem eigenthümlichen Laute nie ab. ^ und».Nur das n schmilzt mit den Gaumenlauten g und kin einer und eben derselben Sylbe sanft zusammen,dingen, singen, denken, lenken, krank. Sieheauch §. 32. Sehr unnöthig, ja fehlerhaft würde esseyn, diese zusammen schmelzende ng und nk durcheigene Schriftlichen anzudeuten, wie erst neulichein Vorschlag geschehen, indem diese nieselnde Aus-sprache im Hochdeutschen nie so stark ist, daß nichtbeyde Laute deutlich gehöret werden sollten, es aber ^wider die Gesetze einer vernünftigen Schreibung ist,doppelte Laute mit einfachen Zeichen Zu bezeichnen.Doch ist noch keine Gefahr vorhanden, daß dieserVorschlag Beyfall finden sollte, sonst könnte mandawider noch den Nachtheil anführen, welcher so-wohl für die Etymologie, als für die Aussprache, dar-aus entstehen würde. Daß das n auch mit dem i,wenn ie zweyfylbig ist, im gemeinen Leben zusam-men schmelze, ist schon bey dem j erinnert worden.

L- §. 37.