164 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
Laut des p, §. ?7» Das p, der härteste Bebelaut, muß mitpf und pH. seinem weichern Genossen dem b nicht verwechseltwerden, wie wohl im Oberdeutschen geschiehet, wocS ganze Provinzen gibt, welche kein Anfangs bkennen, sondern dafür jederzeit ein p hören lassen.Da im Gegentheil die Niederdeutschen das weiche-re b in vielen Fällen dem härtern p vorziehen, sogibt es auch im Hochdeutschen Fälle, wo man un-schlüssig ist, welchen von beyden Buchstaben mausprechen und schreiben soll, dicken oder picken,Buckel oder Puckel, Budel oder Pudel, Veyeoder Petze, wo doch die harte Aussprache die ge-wöhnlichste ist.
Pf ist ein durch das p verstärkter Blaselauf, derdaher nicht wie ein bloßes flauten darf: Pferd,Pfand, Pfund, Hopfen, pfropfen. Die Nie-derdeutschen stiehen diesen verstärkten Blaselaut, undlassen dafür allemahl ein p oder pp hören, dagegendie Oberdeutschen so freygebig damit sind, daß auchdas bloße p bey ihnen wie pf lautet, pfachr fürPacht.
PH kommt nur in fremden Wörtern vor, undlautet alsdann wie f, Philosophie, Phantasie;wohin auch die eigenen Nahmen gehören, in wel-chen man es nach dem Muster der LateinischenSchreibart behalten, Adolph, lVesrphalen, Für-phen. Unser Apheu ist aus dem Lateinischen^ium gebildet.
Von dem?. Z8. Das q vertritt die Stelle eines k, wenndasselbe ein rv nach sich haben sollte, bekommt aberstatt dessen ein u zu seiner Begleitung, quetschen,
(Quelle,