r.Kap. Von den Buchstaben. §.z8. 165
Suclle, (Qualm, wie kwetfthen, ^welle,Nroalm. Diese dem Scheine nach sonderbareForm ist zugleich mit der Annahme des lateinischenAlphabetes in die Deutsche Sprache gekommen, in-dem die Lateiner in ihrem Alphabete weder ein Lnoch ein w, aber doch den iaut Ln? hatten, welchensie auf diese Art auszudrucken suchten. Die Deut-schen nahmen zwar nachmahls sowohl das L alsdas rv an, behielten aber doch die alte Form bey,weil sie einmahl daran gewöhnt waren, und habensie noch jetzt, so oft auch in den ältern und neuernZeiten krp dafür empfohlen worden. Aber dafürGrv einzuführen, wie neulich aus Schwaben vorge-schlagen worden, verrath wenig gründliche Sprach-kenntniß, und gründet sich bloß auf eine fehlerhasteOberdeutsche Aussprache des g.
Daß der auf das q folgende Buchstab der Aus-sprache nach ein vv ist, ist unläugbar, obgleich dieDeutschen nach dem Vorgange der Lateiner anfäng-lich ein v dafür brauchten, und dieses erst in denspätern Zeiten mit dem u vertauschten. Es ist un-gegründet, daß dieses von Gottscheden oder auf des-sen Vorschlag geschehen, wie erst vor kurzem behau-ptet worden. Er fand dieses u in der Hochdeut-schen Schreibart schon allgemein angenommen, undthat dabey weiter nichts, als was seine Pflicht war,er folgte dem herrschenden Gebrauche, irrere aberdarin, daß er dieses u der Aussprache nach für einwahres u hielt; aber feine Gegner irrcten auch, in-dem sie es für ein v gehalten wissen wollten, da esdoch ein wahres w ist. Die Angelsachsen schrie-ben dafür cv oder c-u, die Gothen ein bloßes oh-ne u, die ältern Schweden ein; die heutigen brau-
L z chen