IZO I.TH. i.Abschn. Bl'lduilg der Wörter.
blieben. Einen Schritt weiter lag Ägyptische Fin-sterniß; man tappte in derselben auf Gerathewohlherum, haschte nach Ähnlichkeiten, und machte siesich, wo man keine fand, auch wohl selbst, warfSprachen, Zeiteil, Zonen und Begriffe unter ein-ander, und nannte dieses Chaos Etymologie.
plaro gestand, daß die Griechen eine Mengeihrer Wörter von Barbaren, d.i. ungebildeten nörd-lichen Völkern, bekommen hätten, und die Stoikerbehaupteten, daß jedes Wort seine Ursache habe.Das war alles, was die Griechen, diese bekann-ten Verächter aller^ Sprachgelehrsamkeit, für dieseWissenschaft thaten. DieRömer gingen ein PaarSchritte weiter, und Varro suchte dem Ursprüngeeinzeler Wörter nachzuspüren, aber oft so, daß erMitleiden erweckt. hat seinen Nahmen da-
her, c^uocl mmimum cii Ii^um; /?0M^, c^uoälcunt ??otum; a^ua, c^uoä gecms lumma; vo/^s^,c^uoä volst peäibus u. s. f. Er ist froh, !wenn erein lateinisches Wort auf ein Griechisches zurückführen kann;'5 aber vonGscischen, Samnicischen,Hcrruscischen, (Lettischen und andern Überbleib-seln in seiner so gemischten Sprache träumet ihmnichts. Wie traurig es in den mittlern Zeiten umdiese Wissenschaft ausgesehen haben müsse, läßt sichleicht schließen, da auch die aufgeklärtesten Völkerdarin fo wenig vorgearbeitet hatten, ^nus, ein al-tes Mütterchen, kam von anus der Hintere her;6iaizolu5, von cluo^ zwey, und boluz, ein Bissen,weil ieib und Seele ihm nur zwey Bissen sind, undwas dergleichen Thorheiten mehr sind. >
Bey der Wiederherstellung der Wissenschaftenging die Etymologie fast allein leer aus. Zwarward die gelehrte Kenntniß der Sprachen nothwen-diger;