Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
181
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2. Kap. Ursprung der Sprache. §.51. iZi

diger; allein niemand bemühete sich, das Wesenderselben in ihnen selbst auszusuchen. Man etymo-logisirte in Süden und Norden in dem Tone desmittlern Zeitalters fort, hin und wieder zwar mitein wenig mehr Geschmack, aber überall mit eben sowenig Einsicht und Kenntniß, und noch im Iunius178-2 konnte ein Johannes von Genua des acht-zehnten Jahrhunderts im Deutschen Merkur, inallein Ernste hoffen von dem Französischen ?oe-lies, Tand, rändeln, und das Niedersachsischedämisci) Von Ivlac^ne, und Bursch von Lour-Aeoiü ableiten.

Dieser Unfug rührte daher, weil sich niemanddie Mühe nehmen wollte, die Wörter einer odermehrerer Sprachen in ihre wahren Bestandtheileaufzulösen, das wesentliche und ursprüngliche darinvon dem zufalligen und spätern abzusondern, demGange des menschlichen Geistes in Bildung der Be-griffe nachzuspüren, und durch dieses Mittel bis zudem ersten Ursprünge nicht allein einer, sondern al-ler Sprachen hinauf zu steigen. Das war freylich«nihfam/ weil der Weg noch ungebahnt war; hin-gegen war es bequemer, nach bloßen Ähnlichkeitenin den lauten zu etymologisiren, eine Sprache will-kührlich ans einer andern abzuleiten, und am Endedie erste Sprache für eine unmittelbare ErfindungGottes, oder für ein Werk des Zufalles, oder auchfür die Frucht eines gemeinschaftlichen Einverständ-nisses über willkührliche laute auszugeben. Beydiesen Umständen war es kein Wunder, daß dieEtymologie bey Vernünftigern lächerlich und ver-ächtlich ward, weil man sie als eine müßige Be-schäftigung ansähe, aus allem alles zu machen.Sie blieb der Willkühr eines jeden Preis gegeben,der nur Ähnlichkeiten entdecken konnte, und we'

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