Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
182
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,82 I.TH. r.Abschn. Bildung der Wörter.

konnte das nicht? Der immer am. besten, der diewenigste Sprachkenntniß besaß.

Nur die einige Hebräische Sprache hatte hier-in vor ihren jüngern Schwestern einen betrachtlichenVorzug. Bey ihrem geringen Umfange und dergroßen Ehrfurcht, welche Juden und Christen fürdieselbe hegten, machte man sichs zur Pflicht, sie bisauf ihre kleinsten Theile zu untersuchen, und ihreWörter nach gewissen Grundsätzen bis ans die erstenGrunblaute aufzulösen. Da das, was in einerSprache angehet, unter den gehörigen Veränderun-gen in allen möglich ist, so ist es beynahe erstaunlich,daß es in einem so langen Zeitraume niemandeneingefallen ist, dieses Verfahren auf irgend eineandere Sprache anzuwenden.

N>achrer versuchte es, die Deutschen Wörterbis auf die Prä- und Suffira zu Zergliedern, wor-unter er die am meisten kenntlichen Ableitungssyl-ben verstand. Was übrig blieb, war ihm entwe-der Griechisch, oder, wenn er recht billig seyn wollte,Srythisch. Frisch wagte sich gleichfalls nicht überdie nächsten Ableitungssylben hinaus, nur daß erseine Wurzetwörter und ihre Bedeutung mehr inder Deutschen, als einer fremden Sprache, auf-suchte. Der Prediger Lttldc; in». Würtenbergischenhat daher allerdings das Verdienst, daß er der ersteist, welcher uns den Bau der Deutschen Wörteraufgeschlossen, und dadurch den abendländischenSprache» den einigen Weg gezeiget hat, auf wel-chem sie, nach dem Muster der morgenlä'ndischsn,zu dein Ursprünge ihrer Sprache und Erkenntnißgelangen können; allein, da er nicht mit eben derDeutlichkeit der Begriffe bis zu dem Ursprungs derSprache hinauf gegangen ist, solcher» die erste

Sprache,