2. Kap. Ursprung derSprache. §.52, igz
Sprache, so viel sich ans seiner geflissentlich dunkelnSchreibart errathen läßt, "icht undeutlich für denAusdruck der innern Empfindung hält; so hat erden einigen richtigen Weg mit bcsserm Glücke ge-zeigt, als selbst betreten.
§. 52. Die im folgenden vorkommenden Beiner- Wer Spra-kungen über die Deutsche Etymologie sind aus dem He erfun-Baue der Sprache selbst, und wo dieser aufhöret,aus der Natur des Menschen und dem Umfangeseiner Fähigkeiten geschöpft. Es sind indessen nurdie ersten Grundlinien, so viel davon für die Sprach-lehre unentbehrlich ist. Es wird dabey voraus-gesetzt: 1. Daß die Sprache von Menschen erfun-den worden. Sie von Gott erfinden oder demMenschen unmittelbar offenbaren lassen, ist freylichsehr bequem, hat aber auch außer dieser Bequem-lichkeit nichts für sich aufzuweisen. Der ganzeBan derSprache zeigt, daß sie sehr menschlich ist.2. Daß der Mensch sie nicht von ungefähr und nochweniger zur tust und ans lieber langen Weile erfnn-den, sondern daß das Bedürfniß zn sprechen aufdas innigste mit seiner Natur uud Bestimmungzum gesellschaftlichen leben verbunden ist, so daß erohne dasselbe nicht Mensch, und ohne eine erfunde-ne lind wenigstens zum Theil ausgebildete Sprachenicht vernünftiger Mensch seyn kann. Daß dieSprache nicht von ausgebildeten oder mit vorzüg-lichen Einsichten und Erkenntnissen begabten Men-schen erfunden worden, sondern von dem einfachenganz rohm und sinnlichen Sohne der Natur, so wieer ans den Händen seines Schöpfers kam, zwarmit Fähigkeit nnd Anlage zu allein, aber noch inkeinem Stücke mit Ausbildung und Eittwickeliingversehen, welche ihn, selbst überlassen blieb, undüberlassen bleiben mußte, wenn nicht Wunder auf
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