,86 i.Th. i.Abschn. Bildung der Wörter.
ftaub. Sprach-lehre, auf-stehen; oder sie sind,vermittelst gewisser Sylben, von einem einsylbigenWorte gebildet, welches sich durch den vorzüglichenTon von den übrigen Sylben unterscheidet: ob-en,?'lb-cnd, froh-lich, Froh - lich - kcir, freien,Frey - Herr, be - frey - en, gc-nehn:-ig-en.Diese betonte Sylbe kommt in eben derselben oderdoch in ähnlicher Bedeutung mit andern Sylbenmehrmahls vor: Vild, des Dild-es, die Bild-er, bi!d-en, bild-ern, Bild-ner, ge-bild-er,bild - lich; Stein, des Stein - es, die Stein - e,stein-ern, stein-ig, stein-ichc, stein-ig-en,Ge-stem; hor-cn, >sör - er, das Ge-hsr,er-hör-en, iLr-hör-ung, er-hör-lich, hör-dar, Ge-hsr-fam; so wie sich eben diese Vor - undNachjylben wieder zu einer Menge anderer Wörtergesellen, und ihre Bedeutung aus ähnliche Art be-stimmen : des Dach? es, des Stuhl-es, desTag, - es; Feh - en, steh - en, trag - en; derTräg-er, der Färb-er, der Mahl-er; glück-lich, läch-er-lich, ver - dricß - lich; —fel-ig,fcuer-ig, dumpf-ig, fleck-ig; — trag-bar,frucht- b^r, fühl - bar u. s. f. Wir machen dar-aus den Schluß, theils, daß die mehrsylbigen Wör-ter nicht ursprünglich mehrsylbig sind, sondern daßsie von derjenigen Sylbe, welche sich durch ihrenTon schon so merklich unterscheidet, und die wir hierdie Stammsylbe nennen wollen, abgeleitet wor-den; theils auch, daß diese Vor- und Nachsylbenkeine leeren Schalle oder willkürlichen jaute sind,weil ihre Bedeutung überall bestimmt, und sich im-immer, wo nicht gleich, doch ähnlich, ist.
Sehen wir auf die Bedeutung der Wörter, sofinden wir, daß von allen einfachen Wörtern in derDeutschen Sprache, eilt reichliches Fünftel unlaug-
bare