Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
Seite
187
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s.Kap. Ursprung der Sprache. §.5?. 187

bare Nachahmungen natürlicher Schälle sind, diesie noch jetzt bezeichnen: beben, bellen, bersten,brechen, Braten, Bären (brummen), blöken,Bombe, brausen, Breme, brüllen, Bulle,Trommel, dreschen, dräuschen, Eule, FinL,flacrern, fliehen, fliegen, fließen, gackern, gir-ren, glucken, gälten, Gurgel, hallen, husch,haschen, haucben, heiser, heulen u. s. f. Vondem zweyten Fünftel ist es sehr leicht erweislich,daß sie ursprünglich tönende Nachahmungen derNatur gewesen, und erst nach einer gewissen Ähn-lichkeit auf einen nicht tönenden Gegenstand über-getragen worden. Geist, von dein alten geisten,blasen, schlank, eben, Aal, Elle, ervig, arg,Bahn, Bein, Daum, deuten, weich, Jäh,bald, Dampf, hell, leicht, Licht, fechten,gelb, gelten. Das dritte Fünftel Zeigt seine->nende Eigenschaft nur »loch in dem höchsten Alter-thum, in den Mundarten oder verwandten Spra-chen, und die Wörter dieser Classe sind durch Cul-tur und stufenweise geschehene Vcrfeincr'ing der Be-griffe durch eine Reih« von Fignren und abgeleitetenBedeutungen gegangen: denken, Dank, Bart,bunt, dulden, dunkel, Ding, finster, Volk,gestern, Himmel, blöde. Glück, Gott, glausben, ich bin, wahr, ich rvar, Tugend, seligu. s. f. Wir machen daraus den sehr wahrschein-lichen Schluß, daß auch die zwey übrigen Fünftelkeinen andern Ursprung haben, obgleich einige we-nige Wörter darunter sind, welche aus andern Quel-len herrühren, und entweder Ausdruck innerer Em-pfindung sind, wie ach, oh, ich, du, oder aucheinen zufälligen Ursprung haben, wie Abba, pa?pa, Amma,Mamma,Tatta, Atta, die in denspätern Aitern aus Gefälligkeit gegen Kinder ge-bildet