190 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
Hunderten übergetragener Begriffe oft kaum noch zuerrathen ist.
Die Erfahrung lehret uns endlich, daßTaub-gebohrnen, auch wenn sie die nothigen Sprachwerk-zeuge in der größten- Vollkommenheit besitzen, nieauf dem gewöhnlichen Wege, und durch künstlicheErfindungen nur sehr unvollkommen, sprechen ler-nen. Die laute, welche sie, sich selbst überlassen, her-vor bringen, sind entweder Ausdrücke innerer Em-pfindung, und also bloße thierische unförmlicheSchälle, oder einzele willkührliche zur Nachahmungdes an andern bemerkten bewegten Mundes, undnach uns unbekannten dunkeln Empfindungen gebil-dete Wörter, wie Hrn. Heitttckens Stummgebohr-ner, bey dem der Hund Deyer, ein Kind Tmren,das Geld Patten, ich will nicht necke, eins gä,zweyschuppatter hieß; oder wirklich dunkele Nach-ahmungen eines im Innern verworren empfunde-nen lautes, wie eben dieses Stummen mumm,csse», beweifet, wobey er, feines gehörlofenZustandeöungeachtet, doch vermuthlich eine dunkele Empfin-dung des im Essen mampfenden Mundes hatte.S.Hrn. Heinicrens Beobachtungen übcrStummeistenTH. S.iz?. Wir machen daraus den sehrrichtigen Schluß, daß zur Sprache das Gehör we-sentlich nothwendig ist, und warum anders, als weilWörter eigentlich hörbare Merkmahle der Dingesind?
Wir wollen es bey diesen Erfahrungen, derenleicht mehrere angeführt werden könnten, bewendenlasseil, weil sie hinreichend seyn werden, uns dieWörter in ihre Bestandtheile zerlegen zu helfen, unduns bis zu dem Ursprünge der Sprache, und beson-ders d«r Deutsche», hinauf zu führen,
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