198 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
stimmte Allzahl einzuschränken suchte, löseten sichdie ungeschlachten Wurzellaute bey einem Volke indiese, und bey einem andern in andere verwandteLaute auf: krach - en, tat. 5rgZor, Griech. xf?>5 - ?<v;kray^cn, Engl . Arat-c, jat. rsä-ere, Griech.H5«5>«?-?- - ?n>. 2. Ein und eben derselbe Naturlautzeiget sich in der Natur selbst oft unter sehr verschiede-nen Gestalten, und ein Geschl-cht nahm diese,und einanderes eine andere zum Grunde der Benennung,«der bildete einen und eben denselben von seinen Vä-tern empfangenen nackten Wnrzellaut, bey mehre-rer Aufklärung der Begriffe, auf verschiedene Artaus. Z.B. der Donner, wie mannigfaltig ist nichtsein iaut, und wie mannigfaltig sein Nahme! DerHebräer nennt ihn mit einem nackten Wurzelwortelaain, welches der Slave in Hrom undGromb, und der Niederdeutsche in Gromm-elausbildet; von andern Arten seines iauteS nenntihn der Scandinave Iior, der Schwabe Thorn^der Hochdeutsche Donner (Donnr), der Lateinerl'vmtru (toiütr), der Perser "l^ouQclei-, der Grie-che /?5>ov?-»i. Wer verkennet hier wohl, bey allenscheinbaren Verschiedenheiten, die Nachahmung derNatur? '
Folgen ans §.59. Aus diesem allen folget nun: 1. daßSem Vor- Sprache und Vorstellungskraft in dem genauesten^^M' gegenseitigen Verhältnisse stehen, und sich wechsels-weise entwickelt und ausgebildet haben, daher wirnunmehr nicht anders, als vermittelst der Worte,klare Vorstellungen haben, oder denken können.Alle Zeichen, welche man außer den Wörtern alsZeichen der Vorstellungen eingeführet hat, sind nichtsowohl Zeichen der Vorstellungen, als vielmehr derWorte, und müssen erst auf Wörter zurück geführet- werden, wenn wir einen klaren Begriff davon haben
wollen.