Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1782)
Entstehung
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Zoo i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.

z. Daß der erste Versuch der Sprache aus ein-sylbigen Schällen bestand, aus wahren Jnterjectio-nen, so wie der vorüber gehende 5aut in der Natursie veranlaßte. Was sind sie anders, als Wurzel-laute, welche die Empfindung als bloße Empfindungbezeichnen, und zwar sowohl die innere Empfindung,«ch! oh! och! weh! ha! als auch, und zwar amhäufigsten und fruchtbarsten, die äußere, piff, puff,husch, piay, knack, krach, u. s. f. welche letztemder Grund und Anfang der ganzen Sprache sind,dagegen die erstern für bloße thierische Schälle ge-halten werden müssen, welche immer Interjektionenbleiben, und sich wegen ihrer Armuth und engen Be-zirkes nie zu Vorstellungen zusammen reihen lassen.

4. Daß jedes Wurzelwort ursprünglich einsyl-big war, weil der noch rohe Naturmensch seine ganzeVorstellung mit einer Öffnung des Mundes hervordrängte, und sich nicht die Zeit nahm, jedes Merk-mahl mit der ihm eigenen Höhe und Tiefe des To-nes zu begleiten, sondern nur den in dem ganzenherrschenden Ton mit dem ihm gehörigen Vocalbezeichnete: schmertr--n) raßl-n, zittr-n, beymehr Cultur und Verfeinerung, rajsel-n, schmet-teren, zitter-n,

5. Daß diese ersts Sprache eine Art eines un-, geschlachten Gesanges war, wo der Mensch den em-pfundenen Naturlauren mit ihrer Höhe und Tiefenachtönte und der Deutlichkeit durch Mine und Ge-berde zu Hülfe zu kommen suchte, ein ehrwürdigerÜberrest der Kindheit der Sprache, welcher sich beymanchen Völkern noch sehr lange erhalten hat, selbstda ihre Sprache schon lange aufgehöret hatte, wei-ter nichts, als Nachahmung der tönenden Natur, zuseyn. Und nur in so fern kann es wahr seyn, was

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