202 i.TH. i.Abschn. Bildung der Wörter.
schaft, eines Umstandes u. s. f. Hier lehrte dieNatur und das Bedürfniß erzwäng in dem nochganz sinnlichen Zustande die ersten Sprachsigu-ren, die sich bey weiterm Fortschritte so sehr ver-mehrten. Noch jeht kommt das erste Wurzelwortin allen Sprachen, so wie in der Deutschen, in al-len Gestalten vor; als Verbum in manchen mor-genlandischen Sprachen, im Deutschen aber nur imJmperfect der irregulären Zeitwörter, und im Im-perativ aller: play, brich, fall, beb, bell, ichband, ich fand; als Nennwort, Aal, Ahl, Alp,Ahm, Ball, Bahn, Bein, Beil, Blick, Bliy;als Bey-und Nebenwort, laut, hell, bald; alsPartikel, ab, an, auf, aus, bey, bis; oft inmehrern Gestalten zugleich, ich band, ich bund,das Band, das Bund; fall und der Lall.Ursprung §. 61. Jedes erste Wurzelwort war individuellallgemeiner und bezeichnete nur dasjenige Ding oder diejenigey^n Hebung, welche es zuerst veranlasset hatte. Al-men da der Ton unter einerley Umständen mehr-mahls wieder kam, so ward der nachgeahmte Lautganz natürlich der Nahme aller ihm ähnlichen ein-zeln Dinge oder Handlungen. Raffen, braussen, fall-en, lcb-en, wurden Nahmen aller derVeränderungen, auf welche diese Laute paßten. DerLorve, dessen L.cuen oder Brüllen zuerst sein Nah-me geworden war, hieß nicht allein Ü.öwe, sondernzugleich alle ihm ähnliche Thiere seiner Art, wennman sie gleich nicht leuen hörte. Das war diezweyte Sprachfigur, und zugleich der erste Schrittzu allgemeinen Nahmen und Begriffen, das we-sentlichste Stück und der Grund aller unserer Er-kenntniß.
Freylich war dieser erste, obgleich schon sehrwichtige Schritt zu allgemeinen Nahmen^ und Be-griffen