2.Kap. Ursprung der Sprache. §. 61. ,20z
griffen noch sehr roh und unvollkommen. Eine dervornehmsten Ursachen bestand darin, daß man sichoft ganz an da6 Gehör hielt, und die übrigen Sin-ne von der Beurtheilung ausschloß, oder vielmehr,weil die Sprache in ihrem ersten Ursprünge ganzNachahmung der tönenden Natur, und auch weiternichts war. Daher in allen Sprachen so vielegleich lautende Wörter, welche ganz verschiedeneDinge bedeuten. Bär, im Deutschen das bekann-te Raubthier, ferner ein Eber, ein Rammklotz,ein Damm; Bem-el, ein Sack, ein Sieb, einWerkzeug zum schlagen, ein Meißel; Bock, derMann der Ziege, ein Gerüst oder Gestell, ein Klotz,eine gebogene oder erhöhete Fläche, ein Fehler;iLver, ein Bohrer, ein Fahrzeug, der Storch, einmännliches Schwein; Flöte, ein Büschel, eine ArtSchiffe, ein Trinkglas, ein musicalischeS Werkzeug;Finne, ein Sumpf, eine Blatter, der Gipfel, eineFloßfeder; Aay, das zahme Hausthier, ein klei-ner Anker, ein verbindendes Holz im Schiffsbaue,daS Jagen und ein Iagdschiff, ein ehemaligesSturmwerkzeug, ein Haken, ein Büschel, ein har-ter Körper, eine Erhöhung, ein hohler Raum, einBehältniß, in HütrenLaye gar eine Krankheit, undwer weiß, was noch alles mehr.
Warum das anders, als weil man alle dieseGegenstände ursprünglich unter einerley Laut em-pfand, oder in der Folge der Cultur sie unter einer-ley Laut zu empfinden glaubte. Hier, wie unterunsern After-Etymologen so gewöhnlich ist, Ähn-lichkeit in den Begriffen zu suchen, wo weiter nichts,als Ähnlichkeit des Tones, ist, heißt den ganz sinn-lichen Naturmenscheil zu einen witzigen Müßiggän-ger des achtzehnten Jahrhunderts »nacheil, der sich
aus