2. Kap. Ursprung der Sprache. §. 62. 2OZ
jat. er, ruk-us, von reib-en; tat. rull'-us,Niederd.ros, Griech.^-vc---/^, daher Rose; Poln ,rum-isn^; alles zum sichern Beweise, daß diemenschliche Seele in ihrer Kindheit unter allen Zo-nen einerley Gang gegangen ist, und gehen müssen.Die Übereinstimmung der Sprachen in diesem undtausend ähnlichen Fallen für bloß zufällige Ähnlich-keiten ausgeben wollen, heißt keine Sprache weiter,als nach der Oberfläche kennen.
Wir wollen diese Bemerkung noch zu einer gs-doppelten Folgerung nutzen, deren jede für die Etymo-logie gleich wichtig ist. i. Wenn man in zwey sonstverschiedenen Sprachen gleich lautende Wörter ingleicher oder doch ähnlicher Bedeutung findet, sohüte man sich, daß man sie nicht gleich aus einan-der herleite, oder wohl gar um vieler solcher Wörterwillen, eine Sprache von der andern abstammenlasse; ein Fehler, der den meisten Etymologen sonatürlich ist, und der auch bisher den Deutschen an-geklebet hat. Ehe man die Wörter einer Sprachevon den Wörtern einer andern mit Gewißheit ab-leiten kann, muß man erst untersuchen, ob ein Volkdie damit bezeichneten Dinge nicht auch schon inseinem rohen Zustande kennen und haben konnte;und wenn dieses ist, so fällt alle Ableitung von selbstweg, und die gleich lautenden Wörter sind Seiten-verwandte, aber nicht einander untergeordnet; bey-de Völker haben diese Wörter entweder von einemgemeinschaftlichen ältern Stamme empfangen, odersie haben sie selbst auf einerley Naturwege gebildet.Wer Nase, Arm, Auge, (Ohr, Lippe u. s. f.noch immer von den lateinischen nalus, srmus, vLu-Ins, auris, Isbium, ableiten kann, behauptet damit,entweder, daß die Deutschen diese Gliedmaßen nichtgehabt, oder daß sie sslbiZe nicht zu benennen ge-Adel. D.Spr. O wußt,