228 I.TH. i.Abschn. Bildung derWörter.
sein en oder n, und das ganze Verbum seine Per-sonen ; allein, wo der Nebenbegriff nicht so merklichwar, oder wo man ihn nur dunkel empfand, undalso nicht bestimmt wußte, wie man ihn bezeichnensollte, da überging man ihn entweder gar, oder manbezeichnete ihn sehr schwankend. Beydes erhelletunter andern aus den Declinationen, wo die Ver-hältnisse, welche durch Casus ausgedruckt werdensollten, für die Kindheit des menschlichen Verstan-des freylich zu fein sind, daher er nur die auffal-lendsten Unterschiede empfinden und bezeichnen kann;das erste aber auch aus den vielen Wurzelwörtern,welche noch jetzt alles bedeuten muffen, was sie inder ersten armen Sprache vor dem Gebrauche derAbleitungssylben bedeuten mußten. Noch jetzt istdas Wurzelwort bald eine Partikel, bey, aus, auf;bald ein Bey - und Nebenwort, gut, roch, bald;bald ein Haupiwort, Aas, Bein, Bahn, Beil.;bald ein Theil eines Zeitwortes, gib, geh, sah;bald muß es mehrere Redetheile zugleich versehen,icb band und der Band, ehedem ich bund undder Bund; plarz, die Interjection, plarz, derImperativ, und der Play.
Hätten Sprachlehrer das Recht, ihre Sprachevollkommener zu machen, wie so viele diesen stolzenGedanken hegen, so müßten sie, wo nicht schon beyden Wurzelwörtern selbst, doch wenigstens bey denBiegungs-und Ableitungssylben ansangen. Wiesehr würde es nicht zurVollkommenheit einer Spra-che gereichen, wenn das Wurzelwort bloß als In-terjection aufbehalten würde, wie es denn ursprüng-lich weiter nichts war, jeder übrige Redetheit aber,so wie das Verbum, seine eigene Ableitungssylbehätte, welche nach der Verschiedenheit der.Bedeu-tung wieder abgeändert werden könnte, wenn die
Ver-